… dann geht’s in die Sauerstoffbox !
Ja, Kater Zausel ist schon ein ganz besonderes Exemplar. Er lebte als Streuner in einem Gewerbegebiet in der Nähe von Neuburg an der Donau. Tierfreunden fiel auf, da er beim Anblick von Menschen eine ganz besondere Verhaltensweise an den Tag legte. Er erstarrte nämlich augenblicklich zur Salzsäule und traute sich kaum noch zu atmen. Hintergrund wahrscheinlich der Gedanke, wenn ich mich nicht bewege, dann sieht man mich nicht und mir kann nix passieren.
Da Zausel aber einen sehr derangierten Eindruck machte und es ihm offensichtlich nicht gut ging, wurde er schließlich mittels einer Lebendfalle gesichert und durfte kurz darauf bei uns einziehen. Uns war von Anfang an klar, dass die Eingewöhnung bei Zausel bestimmt länger dauern und viele „Sitzungen“ mit unserem Katzenflüsterer Peter notwendig sein würden. Und so kam es dann auch, der „wilde“ Zausel mit seiner neckischen Zunge ist nun seit etwa fünf Monaten bei uns und er macht eindeutige Fortschritte. Wobei er unter Tag ausschließlich an seinem „Streuner-Spezial-Versteck“ zu finden ist, ein Eckplatz auf einem Querbalken direkt unter dem Dach unseres Anbaus im Garten.
Dazu muss man wissen, dass genau dieser Platz schon von mehreren Streunern in ihrer Anfangszeit bei uns genutzt wurde, so „wohnte“ auch der schwarze Peter hier und in den letzten Monaten war es der Stammplatz von Hugo. Also alles nichts außergewöhnliches, denn bei Einbruch der Dunkelheit verlässt auch Zausel seinen Hochsitz und stromert mit seinen Ex-Streunerfreunden Hugo, Findus und Damon durch den Garten.
Doch die in den letzten Wochen sehr hohen Temperaturen waren dann selbst für Zausel zu heiß, aber trotzdem kein Grund einen kühleren Platz zu suchen. Auch bei 35 Grad Hitze verließ er seine „Sauna“ unter dem Dach nicht! Was dazu führte, dass bei dem zehnjährigen Kater ein Kreislaufkollaps drohte. Als wir bemerkten dass er zu hyperventilieren begann, wurde er sofort in unsere gut ausgestattete Krankenstation gebracht und war so der erste Notfall, der die großen Vorteile einer Sauerstoffbox nützen konnte. Nach einem dreistündigen Aufenthalt in der Box war alles wieder okay, Kreislauf und Atmung stabil, Zausel abgekühlt und fit.
Da aber die Hitzewochen noch immer nicht vorbei waren, wurde beschlossen, dass Zausel in dieser Zeit nicht mehr in den Garten durfte, sondern für einige Wochen ein kühleres Zimmer im Haus bezog. Soweit so schlimm für den alten Streuner, dass seine Bleibe dann ausgerechnet das Baumzimmer mit der Mädels-WG wurde, brachte Zausel dann völlig aus der Fassung. Aber leider war sonst kein Zimmer frei und so war Zausel nun WG-Bewohner mit Bambi, Caramela , Morle und Chelsea, die sich mittlerweile zur Chefin der WG erklärt hat. Zausel ist‘s egal, er bleibt eisern auf seinem Stammplatz, der sich auch hier ganz oben unter der Decke befindet. Und bestimmt zählt er die Tage, bis endlich kühlere Tage kommen und er wieder zu seinen Kumpels in den Garten kann. Und da gibt’s dann einiges zu erzählen ….