Wenn Tobi an der Nadel hängt ….

Seit einigen Wochen kann man öfters beobachten, dass Paula mit einigen Nadeln in unserem Gnadenhof unterwegs ist. Dabei ist sie keineswegs unter die Näherinnen gegangen, sondern hier geht es dann um Akupunktur! Ja, die chinesische Medizin hat bei uns Einzug gehalten, denn Paula beherrscht durch ihre Ausbildung zur Tier-Heilpraktikerin die Kunst der Akupunktur, sowohl mit den speziellen Nadeln oder, wie im Foto, mit einem speziellen Lasergerät und auch die Akupressur.

Ich möchte euch heute ein bisserl darüber erzählen, gebe aber zu, dass sich mein Umgang mit chinesischen Dingen bisher auf die Nummer 48 mit Reis beschränkt hat. 🙈 Paula hat zwar versucht, mir diese Behandlung näher zu bringen, trotzdem sind meine weiteren Worte ohne Gewähr.

Also, bei der Akupunktur geht es darum, die Meridianlinien des Körpers zu kennen. Hier wird, wie der Chinese sagt, das „Chie“ im Körper harmoniert und regt so zur Selbstheilung an. In diesen Meridianlinien fließt also die Energie durch den Körper. Auf den Meridianen liegen die Akupunkturpunkte, die bei Blockaden der Linien durch eine Akupunktur zur Lösung der Blockade führen.

Die Meridianlinien sind bei Mensch und Tier ziemlich ähnlich, allerdings befinden sich beim Menschen die meisten Akupunktur an den Fussreflexzonen, bei Katzen hingegen an den Ohren. So findet man zum Beispiel im rechten Ohr die Punkte für Blase und Bauchspeicheldrüse, im linken Ohr geht es unter anderem um den Dünn- und Dickdarm.

Wie stellen wir uns also so eine Behandlung vor, hier am Beispiel von unserer Hildegard? Das hübsche Mädchen leidet immer wieder unter harten Stuhlgang. Hildegard wird für die Akupunktur an eine bequeme und ruhige Stelle gebracht, hier lässt Paula die „wilde Hilde“ erst zur Ruhe kommen. Dann werden einige Nadeln gesetzt, in diesem Fall an Hildegard‘s Kniescheibe. Ja, auch Katzen haben Kniescheiben! Die Nadeln werden dabei einige Millimeter unters Fell gestochen, was Hildegard nicht weiter stört. Normalerweise sollen die Nadeln etwa 20 Minuten im Körper stecken bleiben. Wenn eine Nadel früher abfällt, ist das nur ein Zeichen dafür, dass die Behandlung erfolgreich war. Auch wenn man es kaum glauben kann, versuchen die Nadeln keine Schmerzen.

Auch Kater Toby wird akupunktiert. Hier geht es um die Schmerzempfindlichkeit der Wirbelsäule, Toby ist ja bekanntlich querschnittsgelähmt. Ähnlich verhält es sich bei Schnecki, die ebenfalls Opfer eines Autofahrers wurde. Sie ist zwar eigentlich ebenfalls querschnittsgelähmt, hat aber das große Glück, dass einige Nervenbahnen noch intakt sind und sie deshalb laufen kann. Hier werden durch die Akupunktur die Nervenbahnen gestärkt.

Einfacher als das Setzen der Nadeln ist die Lasermethode. Hier werden die wichtigen Punkte mittels eines Laserstrahls gereizt, was bei Katzen, die sich ungern still halten etwas einfacher ist. Hier entsteht bei der Katze dann ein leichtes Wärmegefühl, was offensichtlich als recht angenehm empfunden wird. Ähnlich verhält es sich auch mit der Akupressur, die von Paula ebenfalls angewandt wird.

Natürlich kann auch diese uralte Behandlungsweise keine Wunder bewirken. Es ist jedoch eine hervorragende Ergänzung zur Humanmedizin. Neben der Schmerztherapie ist sie auch bei Arthrose, Atem- und Verdauungsproblemen gut geeignet. Die Behandlung findet meist je nach Fall wöchentlich oder zweiwöchentlich statt. Und auch wenn Akupunktur kein Wundermittel ist, haben sich doch bei einigen Katzen bereits erste Erfolge eingestellt. Und wie sagte schon der große chinesische Meister Konfutse? Der Weg ist das Ziel!

PS: Wenn ihr jetzt einige Fehler in diesem Beitrag gefunden haben solltet, dann liegt das sicher nicht an Paula, sondern ganz allein an mir und meinen miserablen Kenntnissen der chinesischen Medizin. Also mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa, wie wir alten Ministranten sagen!

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