Heilig Abend im KatzenTRaum, Gedanken zu Weihnachten!

Feiern Katzen eigentlich auch Weihnachten ? Eine berechtigte Frage, schließlich gibt es in der Weihnachtsgeschichte Ochs und Esel, auch Schafe sind dabei, aber von Katzen keine Rede. Und trotzdem feiern wir im Gnadenhof natürlich Katzenweihnacht. Und wie bei uns so ein Heiliger Abend abläuft, darüber möchten wir euch heute berichten.

Eigentlich ist der KatzenTRaum ja eine große Familie. Und deshalb beginnt auch bei uns die Vorfreude auf das Weihnachtsfest bereits im November. Denn um auf die Nachfragen vieler Paten vorbereitet zu sein, stellen wir für unsere Schützlinge eine Wunschliste auf. Liebt Dario eher Huhn oder Fisch, braucht Silena neue Spielmäuse und wie sieht denn Daphnes Schlafmulde aus?

Mitte Dezember wird dann schon der große Tannenbaum aufgestellt und Luzifer prüft sofort die Standfestigkeit. Nun kommt der Baumschmuck dazu, natürlich alles in unzerbrechlicher Ausführung und auch eine Lichterkette darf nicht fehlen. Und während all der Vorbereitung gehen die Gedanken auch oft zu den Miezen, die heuer nicht mehr mit uns Weihnachten feiern können.

So wie Merlin. Er kam April 24 im Alter von 20 Jahren mit Entzündungen zu uns, durch entsprechende Medikamente konnte er schmerzfrei noch über ein Jahr bei uns leben und genoß die Liebe und Fürsorge. Besonders freute er sich über Streicheleinheiten der Besucher, um dazu leichter auf die Couch zu kommen, bekam er eine eigene Merlin-Treppe. In seiner letzten Stunde versammelten sich seine Katzenfreunde zum Abschied um ihn, anschließend durfte er nach einer Infusion in den Armen von Caro Pech einschlafen. Man sieht, auch Tiere trauern und haben Gefühle.

Das Reserl verbrachte fast ihr ganzes Leben bei uns, auch sie freute sich immer auf Weihnachten. Sie wurde als Katzenbaby im Wald neben ihrer erschossenen Mama gefunden. So kam sie zu uns und begleitete uns über 12 Jahre. Sie hatte eine große Vorliebe für Bäume, am liebsten lag sie auf einem Ast und ließ sich vom Wind in den Schlaf schaukeln. Vielleicht kam diese Vorliebe davon, dass sie die letzten Stunden mit ihrer Mama unter Bäumen verbrachte und sie so die Erinnerung behalten konnte. Das Reserl war eine besonders brave Mieze, beliebt bei allen anderen Katzen, umso mehr traf uns ihr Tod kurz vor Silvester letzten Jahres.

Die über fünfzehnjährige Mausi durfte niemals bei uns Weihnachten feiern. Sie wurde auch noch in diesem Alter wegen einer beginnenden Demenz und einer plötzlich auftretenden Katzenallergie abgegeben. Niemand kann sich vorstellen, wie schwer es für eine ältere Katze ist, aus ihrem gewohnten Leben gerissen zu werden.Mausi verstand die Welt nicht mehr, zog sich immer mehr zurück, es war einfach ein zu großer Schock für die Seniorin. Nur wenige Wochen später starb sie im Oktober an gebrochenem Herzen !

Kurz vor Heilig Abend treffen dann wunderschön verpackte Päckchen und Pakete ein auf denen der Name der Patenkatze vermerkt ist. Bis Heilig Abend stapeln sich dann die Geschenke unterm Tannenbaum, natürlich neugierig beäugt von den Miezen. Da kann es dann vorkommen, dass eine neue Schlafmulde auch schon vor der Bescherung getestet wird. Mittlerweile merkt man, dass fast alle Miezen von einer gewissen Unruhe, oder nennen wir es Vorfreude, erfasst werden. Im Radio läuft Weihnachtsmusik und die meisten Mitarbeiter tragen rote Weihnachtsmützen, vielleicht klappt es ja heuer sogar mit etwas Schneefall.

Für Einige unserer Schützlinge ist es ja bestimmt der erste Heilig Abend im Warmen, bestimmt auch für unser Humpelinchen. Sie lebte mehr schlecht als recht in der Nähe von Neuburg/Donau und tauchte immer, wenn es Zeit für die Geburt ihrer Jungen war, an einer Futterstelle auf. Anschließend verschwand sie wieder und lebte weiter ihr Leben als Streunerin. Vor einigen Wochen wurde sie wieder an der Futterstelle angetroffen, neben ihr lag ein totes Katzenbaby. Diesmal gelang es, Humpelinchen zu sichern, dabei wurde auch klar, warum die Mieze humpelte. Ein Röntgenbild ergab eine alte Verletzung, dazu hatte sich eine nässende Fistel gebildet. Da sich diese Wunde nicht schließen wollte, musste sie dreimal nachoperiert werden. Jetzt ist sie bei uns und wir hoffen, dass die Wunde nun endgültig geschlossen bleibt. Humpelinchen wurde mittlerweile kastriert und nun sollte einem ruhigen und geschützten Leben nichts mehr im Wege stehen. Ob wohl auch für das kleine Humpelinchen ein Weihnachtspaket unterm Christbaum liegt ?

Auch für Schnecki ist es das erste Weihnachten bei uns. Sie wurde im Alter von gut einem Jahr in ihrer Heimat Rumänien angefahren, drei Wirbel wurden irreparabel beschädigt. Eigentlich sind ihre Hinterbeine deshalb gelähmt, da aber einige Nervenbahnen intakt blieben, kann sie auf allen vier Pfoten stehen und auch eine kurze Strecke gehen. Sie ist erst wenige Wochen bei uns, gilt aber schon jetzt als Schmusemonster.
Ob sie sich auch schon auf Weihnachten freut ?

Weniger Glück im Unglück hatte Tobi, unser weißer Ägypter. Der hübsche, weiße Langhaarkater fühlte sich bei uns sofort zuhause. Seine Hinterbeine sind durch einen Unfall gelähmt, trotzdem saust er wieselflink durch die Räume und erklimmt jede Couch. Ob er wohl auch versuchen wird auf den Weihnachtsbaum zu klettern ? Wir sind gerade dabei, ihn an einen Spezial-Rolli zu gewöhnen, da diese Katzen durch den ständigen Bodenkontakt oft Blasenentzündungen bekommen. Aber dazu braucht es Geduld und Tobi bekommt alle Zeit der Welt.

Ihr erstes Weihnachten im KatzenTRaum begeht Lady Nala mit ihren achtzehneinhalb Jahren. Ihre Besitzerin ist nach Paraguay ausgewandert. Ein Versuch bei einer Nachbarin ging leider schief, die Lady konnte nämlich die dort lebende zweijährige Mieze nicht leiden. Dazu ist Lady Nala taub und miaut deshalb auch in der Nacht sehr laut was zu Problemen in der Familie führte. Jetzt darf sie ihren Lebensabend bei uns verbringen, wobei die besonders hübsche Lady Nala bereits nach zwei Tagen ihre „Stammcouch“ belegte und sich gerne streicheln ließ.

Auch Kurti und William dürfen mit uns Weihnachten feiern. Beide haben als Streunerkater harte Zeiten hinter sich und lernten sich bei uns kennen. Seitdem verbindet sie eine tiefe Freundschaft, sie schlafen zusammen und teilen sich ihren Futterteller. Apropos Futterteller, natürlich bekommt am Weihnachtsabend jede Mieze ihre Lieblingsmahlzeit und auch ein Leckerli darf da nicht fehlen. Wenn es dann draußen dunkel ist und die Lichter am wunderschön geschmückten Christbaum brennen, bekommt noch jede Mieze eine Extra-Schmuseportion. Schließlich ist ja Heilig Abend nur einmal im Jahr.

Wenn dann ein Teil der Geschenke ausgepackt ist, beginnt die Zeit unsere jüngeren Katzen. Denn raschelndes Geschenkpapier, das dann „zufällig“ am Boden liegt, verlockt herrlich zum spielen und toben. Und manchmal ist es dann auch gut, dass der Tannenbaum an einer Säule gesichert wurde, denn so manche Kletterpartie steht noch an. Nachdem sich dann die anwesenden Mitarbeiter in besinnlicher Runde bei Punsch und Plätzchen manche „Weißt du noch“ Geschichte erzählen, kommt richtige Weihnachtsstimmung auf. Anschließend verabschieden sich unsere Mitarbeiter von ihren Schützlingen, denn nach einer alten Sage können Tiere an Heilig Abend gegen Mitternacht sprechen. Und es soll angeblich Unglück bringen wenn man ihnen zuhört. Damit geht wieder ein Weihnachtsabend in unserem Gnadenhof zu Ende und die Augen unserer Schützlinge strahlen nun den den Dank und die Freude aus, die vielleicht vergangene schlimme Erlebnisse vergessen machen können.

Dass wir auch in diesem Jahr wieder so schön Weihnachten feiern können, verdanken wir euch, unseren Freunden und Unterstützern. Ihr seid es , die das gesamte Jahr wie eine Wand hinter uns stehen und so unsere Arbeit für viele alte, kranke und behinderte Schützlinge erst möglich machen. Und wenn der tägliche Umgang mit Leid und manchmal auch Tod uns oft fast verzweifeln lässt, seid ihr es, die uns durch eure Hilfe wieder neue Kraft gebt. Dafür möchten wir am Ende dieses Jahres Danke sagen, danke für jede Patenschaft, danke für jede Spende und danke für eure Freundschaft. Denn ohne euch würde es unsere Arbeit und unseren Gnadenhof nicht geben!

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