Wahl und Katzenqual, es ist Zeit endlich zu handeln!

Die Würfel sind gefallen, nun lasst uns endlich Taten sehen. Nachdem nun auch die letzten Entscheidungen über die zukünftigen Landräte und Bürgermeister gefallen sind, ist es nun an der Zeit, die zukünftig regierenden Kommunalpolitiker an ihre Aussagen vor der Wahl zu erinnern. Wie wir ja bereits in der letzten Newsletterausgabe geschrieben haben, hatten wir 52 Amtsträger und Kandidaten vor einigen Wochen angeschrieben. Wir baten dabei um die Beantwortung von fünf eigentlich recht einfachen Fragen zum Thema Tierschutz im allgemeinen und zum Thema Katzenschutzverordnung im besonderen.

Nun warteten wir mit großer Spannung gerade auf die Ergebnisse der Kandidaten mit denen wir Kontakt aufgenommen hatten. Immerhin, von den Antwortverweigerern wurden 40 % in ein Amt gewählt, die Gruppe, die uns antwortete kann 60 % neue und alte Amtsträger ausweisen. Sicher nur ein Zufall, oder vielleicht doch nicht ?

Zuerst zu einer Wahl, die uns ganz besonders freute. In Raubling kam es gerade in letzter Zeit zu Vorfällen, die völlig dem Tierschutzgedanken widersprachen. Langjährige Futterplätze wurden auf Anordnung des Bürgermeisters willkürlich geräumt, Ersatz natürlich Fehlanzeige. Eine ältere Dame, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich um das Wohl der Katzen und Igel gekümmert hatte, wandte  sich deshalb völlig verzweifelt an uns. Ein Facebookbeitrag von uns, „Raublinger G‘schichten“, der sich mit den Vorgängen befasste, wurde dann über 15.0000 mal angeklickt und auch in das Raublinger Bürgerforum geteilt. Gleichzeitig waren wir mit einer Kandidatin für das Bürgermeisteramt in Kontakt, die dem Tierschutz gegenüber sehr aufgeschlossen ist. Franziska Pfaffenhuber, eine noch junge, engagierte Kommunalpolitikerin der Freien Wähler, setzte sich dann sensationell durch und war die klare Siegerin der nötigen Stichwahl. Damit sollte auch Raubling wieder in guten Händen sein!

Knapp war es in Tittmoning, hier gewann der bisherige Bürgermeister Andreas Bratzdrum nur knapp in der Stichwahl. Laut der Katzenhilfe Salzachtal war er daran maßgeblich beteiligt, dass in Tittmoning trotz großer Streunerprobleme eine Katzenschutzverordnung abgelehnt wurde. Die Katzenhilfe Salzachtal zog sich deshalb mittlerweile völlig aus Tittmoning zurück. Doch nun wird es interessant. Bürgermeister Bratzdrum wandte sich kurz vor den Wahlen an uns und schilderte seine Liebe zum Tierschutz. Offenbar hatte er eine richtige Erleuchtung, denn nun möchte er sich plötzlich darum kümmern, dass eine Katzenschutzverordnung in Tittmoning eingeführt wird. Sollte sich etwa die Geschichte aus der Bibel von der Verwandlung des Saulus zum Paulus in Tittmoning wiederholen? Wir bleiben auf alle Fälle dran und werden beobachten, ob den Worten auch Taten folgen.

Vielleicht ist es auch nicht nur Zufall, dass der Rosenheimer OB Andreas März sein Amt abgeben muss, die drohende Insolvenz des Rosenheimer Tierheims hat bestimmt nicht zu mehr Stimmen für ihn geführt. Auch in Germering kam es zu einer Überraschung, der bei der Wahl klar vorne liegende Hannes Kirmaier unterlag jetzt in der Stichwahl. Herr Kirmaier, noch recht jung an Jahren, war uns bei seiner Antwortmail eher unangenehm aufgefallen, denn außer der provokanten Frage, ob wir überhaupt Mitglieder in Germering hätten, war er mit unseren fünf Fragen offensichtlich überfordert. Interessant waren auch die Antworten des Ayinger Bürgermeisters Peter Wagner. Er fordert eine bessere Aufklärung der Katzenhalter ein. Guter Gedanke, aber ganz ehrlich, eine Aufklärung der Amtsinhaber zum Thema Katzenschutzverordnung wäre uns noch viel wichtiger. Schließlich bestätigten uns einige Bürgermeister, sowie auch ein Landrat, noch nie etwas von diesem Thema gehört zu haben!

Zusammengefasst kann man zurückblickend bemerken, dass offenbar mittlerweile die Bereitschaft zur Umsetzung der Katzenschutzverordnung durchaus steigend ist. In einigen Antworten war zu lesen, dass dieses Thema besser im Landkreis oder für Bayern zu lösen wäre. Dem können wir nur beipflichten, denn Katzenleid ist eben leider niemals auf ein Dorf, eine Stadt oder einen Landkreis begrenzt. Und damit läge es an Umweltminister Glauber oder noch besser an unserem rührigen Ministerpräsidenten Markus Söder, hier endlich eine Lösung zu finden. Allerdings machen uns Beispiele wie die Wahlkampfunterstützung vom bisherigen Rosenheimer OB März durch den Ministerpräsidenten eher stutzig. Vielleicht wäre es doch sinnvoller gewesen, statt Döner zu verteilen einfach das von der Schließung bedrohte Rosenheimer Tierheim zu besuchen. Wobei sich ja Herr Söder durchaus für Tiere interessieren mag, wie man allerdings aber hört und sieht, meist in gekochter oder gegrillter Form!

Doch jetzt ist der Wahlkampf vorbei, wie wir hörten, soll das Thema Katzenschutzverordnung in der nächsten Bürgermeister-Dienstbesprechung behandelt und besprochen werden. Das Problem dabei bleibt, die Unwissenheit der handelnden Personen zu diesem Thema ist einfach erschreckend. Vielleicht würde es helfen, den Geschäftsleiter der Stadtverwaltung Laufen, Christian Reiter dazu einzuladen. In Laufen besteht die Katzenschutzverordnung seit über drei Jahren, Reiters Erfahrungen dazu sind absolut positiv.

Wie auch immer, es muss was passieren, nicht irgendwann, sondern jetzt! Täglich wächst die Zahl der etwa 300.000 Streunerkatzen in Bayern weiter, viele davon verenden meist qualvoll.

Also, Herr Söder, geben sie sich einen Ruck und zeigen sie, dass das C in der CSU zurecht dort steht!

Zurück

Copyright 2026 Gnadenhof KatzenTRaum e.V. | Konzept und Design FuchsEDV GmbH & Co. KG
You are using an outdated browser. The website may not be displayed correctly. Close