Unser Gnadenhof im Radiointerview
Manchmal passieren Dinge, mit denen man überhaupt nicht rechnete, so auch im letzten Monat. Begonnen hatte alles damit, dass in Raubling Futterplätze für Streunerkatzen und Igel von Gemeindemitarbeitern einfach entfernt wurden, ohne den Tieren eine Alternative anzubieten. Dies erfuhren wir von einer Frau, die sich seit über 20 Jahren um diese Futterplätze gekümmert hatte und nun völlig erschüttert war. Sie wandte sich Hilfe suchend an uns und an einen Rosenheimer Stadtrat.
Wir überprüften die Vorwürfe und nachdem sich herausgestellt hatte, dass sie absolut zutreffend waren, stellten wir den Post „Raublinger G‘schichten“ auf unsere Facebookseite. Dieser Post wurde etwa 17.000 mal gelesen und löste ein großes Echo aus. Der bisherige Bürgermeister von Raubling, der mit seinem Gemeinderat die ganze Räumungsaktion ausgelöst hatte, kandidierte nicht mehr zu einer Wiederwahl, so nahmen wir auch Kontakt mit einer Kandidatin der Freien Wähler auf, die uns bereits als dem Tierschutz positiv zugewandte Frau bekannt war. Die Wahl nahm dann einen sensationellen Ausgang, Frau Pfaffenhuber siegte in der Stichwahl erdrutschartig. Noch vor der Amtsübergabe wurden die Futterstellen wieder aufgestellt, jetzt fehlt nur noch die Einsicht, dass für Raubling eine Katzenschutzverordnung dringend nötig ist!
Soweit die Vorgeschichte und für uns war damit dieses Thema damit eigentlich beendet, denn wir haben nun wirklich genug mit unseren Schützlingen in Bruckmühl zu tun. Doch vor wenigen Wochen meldete sich Sophia Schröder, eine Redakteurin des Radiosenders Charivari Rosenheim bei Renate Holland und bat um ein Interview zum oben aufgeführten Thema. Da wir natürlich keine Möglichkeit auslassen möchten, um auf das Leid der Streunerkatzen aufmerksam machen zu können, sagte Renate sofort zu. Weil sie aber zum Thema Raubling nur teilweise im Thema stand, bat sie den Schreiber dieser Zeilen, sie ins Funkhaus zu begleiten.
Nach einem kurzen Rundgang durch das völlig renovierte Funkhaus stellten wir uns dann den Fragen der Moderatorin. Wobei wir klarstellen wollten, dass es Probleme wie in Raubling überall gibt und nicht typisch für diesen wunderschönen Ort im Voralpenland sind. Wir lenkten deshalb das Interesse vor allem auf die noch immer fehlende Katzenschutzverordnung, die Vorgänge wie in Raubling bereits im Vorfeld obsolet gemacht hätte. Streunerkatzen leben im Verborgenen, ihr Leid und ihr Sterben bleiben weitgehend unbemerkt! Insgesamt erstreckte sich das Interview auf etwa 15 Minuten, davon wurden immerhin gut sechs Minuten gesendet.
Kurz vor Ausstrahlung des Beitrags,der in zwei Teile geteilt wurde, passierte dann noch folgendes: Das Landratsamt Rosenheim meldete sich beim Sender, dass eine Katzenschutzverordnung für den Landkreis unmittelbar bevorstehe. Und noch erstaunlicher: ein Katzenschutzverein machte uns heftige Vorwürfe, wir würden versuchen, hier nur Lorbeeren zu ernten! Was wieder einmal zeigte, dass manchen Tierschutzvereine nicht nur für das Wohl der Tiere kämpfen, sondern leider auch mit der gleichen Leidenschaft anderen Tierschützern gegenüber stehen.
Hier könnt ihr die beiden Beiträge nachhören :
PS: Eine Woche nach der Ausstrahlung revidierte das Landratsamt Rosenheim bei unserer Nachfrage ihre Aussage zur Katzenschutzverordnung! 😡