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Tiger‘s Geschichte 😢

Wart ihr schon mal in Dubai? Die Hauptstadt des Emirats Dubai, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, am Persischen Golf gelegen. Der Traum vieler Urlauber, eine Glitzerstadt mitten in der Wüste. Eine Stadt mit knapp 300 Wolkenkratzern und dem höchsten Bauwerk der Welt , dem Burj Khalifa mit 828 mtr. ! Hier findet man übrigens auch die edelsten Pferde, dazu hält sich jeder Scheich, der etwas auf sich hält, die teuersten Falken. Diese Tiere werden behandelt wie kostbare Edelsteine, sie sind der ganze Stolz ihrer Besitzer. Welche Dekadenz hier herrscht, weiß man spätestens seit sich ein Spieler des FC Bayern ein Steak mit Blattgoldüberzug zum Preis von über 1.000€ in Dubai gönnte.

Also alles gut in Dubai, einem der reichsten Länder der Welt? Fragen wir doch einfach mal beim roten Kater Tiger nach, der das Pech hatte, vor etwa fünf Jahren in dem reichen Wüstenstaat geboren worden zu sein. Wobei über seine ersten Lebensjahre wenig bekannt ist, es kann lediglich vermutet werden, dass er in einem Haus oder einer Wohnung lebte. Dafür spricht vor allem seine große Zutraulichkeit, die sonst für einen Strassenkater höchst ungewöhnlich wäre.

Fakt ist aber auf alle Fälle, dass Tiger später ein Leben als Streunerkater in den Straßen von Dubai fristete, ständig auf der Jagd nach Essbarem und ohne ärztliche Betreuung. Nun gibt es auch in Dubai ein privates Kastrationsprogramm für Streunerkatzen und so wurde auch Tiger eines Tages eingefangen um kastriert zu werden. Er war damals noch ein gesunder Kater, doch niemand ahnte, welch schlimme Zeit ihm bevorstand. Denn bei der Kastration kam es zu Problemen, die eigentlich einfache und problemlose Operation misslang völlig und aus dem gesunden Kater wurde so ein Notfall. Offenbar wollte man die Behandlung möglichst billig durchführen und so kam es dann zur völlig unsachgemäßen Operation.

Aber immerhin bemerkte man nach der „Operation“ den schlechten Zustand des Katers und gab ihn nun in eine „Pflegestelle“ an eine Ukrainern weiter, die in Dubai lebt. Nach unseren Informationen hat diese Dame einen „Katzensammel-Tick“. Sie hält die Katzen in engen Käfigen die sie dann auch noch übereinander stapelt. Tiger war durch die sogenannte „Operation“ völlig Harn und Kot inkontinent, man möchte sich wirklich nicht vorstellen, wie das Leben des armen Kerls war. Eine Tierschützerin, die ein privates Katzenheim betreibt, hörte davon und übernahm nun den roten Kater. Inzwischen hatte sich die Wunde immer weiter entzündet und war von vielen Maden bevölkert, mehr möchten wir euch ersparen!

Nun wurde von einem richtigen Tierarzt eine zweite Operation durchgeführt, dabei musste unter anderem der Penis amputiert werden. Nach einem kurzen Aufenthalt in einer Tierklinik zog Tiger nun wieder in das Katzenheim der Tierschützerin. Diese Dame tut alles, um ihren Tieren ein einigermaßen erträgliches Leben zu ermöglichen und rettete wohl auch Tiger das Leben.Doch ist ein Katzenheim im reichen Dubai leider nicht mit den Zuständen in unseren Tierheimen vergleichbar. In diesem „Heim“ leben aktuell etwa 200 Katzen die von zwei, ja wirklich, zwei Frauen betreut werden. Dazu kommt, dass ein Großteil der Katzen inkontinent ist. Nur ein Beispiel, nicht um anzuklagen, sondern um den Unterschied zu uns zu zeigen. Bei uns werden inkontinente Katzen täglich gebadet, frottiert und gepudert. Tiger genoß die „Dubai-Variante“. Dabei wird die Katze festgehalten und mittels einem Wasserschlauch mit kaltem Wasser gründlich abgespritzt, fertig! Mehr ist leider einfach nicht möglich.

Da Tiger sich nun immer mehr als sehr unverträglich mit anderen Katzen zeigte, gab es dann aufgrund der sehr beengten Verhältnisse nur eine Lösung, Tiger musste nun seine weitere Zeit in einem Käfig verbringen. Ob dies der Grund ist, dass das Gewicht von Tiger schließlich bei knapp 10 Kilo lag oder es sich um eine nicht erkannte Hormonstörung handelt, war bei Tigers Ankunft noch offen. Der Verein „Miezen mit Makel-Grenzenlos“ wandte sich dann hilfesuchend an uns, denn dass Tigers Leben so nicht weitergehen konnte, war wohl jedem klar. Schnell fiel die Entscheidung, Tiger darf kommen, jetzt musste nur noch ein Flug von Dubai nach München organisiert werden. Das größte Problem dabei waren die hohen Flugkosten, auch ein Teil unseres Vorstands beteiligte sich an der Kostenübernahme.

Am 3. September war es dann soweit, Tiger durfte mit „Emirates Airlines“ ausfliegen. Abends gegen 20:30 Uhr landete Tiger und wurde sofort nach dem auschecken von unserer Tanja übernommen. Jetzt ging’s direkt in eine Tierklinik für einen ersten Check. Am nächsten Nachmittag dann die letzte Station seiner langen Reise, Tiger zog in ein Einzelzimmer in unserem Behandlungsbereich ein. Was schon am nächsten Tag auffiel, Tiger spielt sehr gerne. Ob er mit einer Angel kämpft oder mit einem Ball durchs Zimmer tobt,offenbar gefällt es ihm bei uns. Und er genoss es, sich bewegen zu können, das beengte Dasein in seinem kleinen Käfig war endlich vorbei.

Mittlerweile sind zwei Wochen vergangen. Tiger wurde nun auch von unserer Tierärztin gründlich untersucht und ganz langsam festigt sich das Bild. Das Blutbild ergab keine enormen Abweichungen, die vermutete Hormonstörung fällt damit weg. Trotzdem bleibt sein gewaltiges Übergewicht ein Hauptproblem. Bei seiner Ankunft zeigte die Waage immerhin 9.420 kg. Hintergrund ist wohl die lange Haltung in einem engen Käfig, die fehlende Bewegung forcierte natürlich das Übergewicht. Eine Untersuchung ergab nun kaum vorhandenes Muskelgewebe, statt dessen findet sich extremes Fettgewebe. Auch wenn er zur Rasse der „Arabisch Mau“ gehört , die oft zu höherem Gewicht neigt, ist das natürlich viel zu viel. Von unserer Tierärztin wurde nun ein Essensplan erstellt, Ziel dabei ist, das Gewicht innerhalb eines Jahres zu normalisieren. Jedes schnellere Abnehmen wäre ungesund und für Tiger eher schädlich.

Aktuell ist eine Physiotherapie im Gespräch. Denn Tiger hat Probleme mit der Muskulatur seiner Hinterbeine, die durch das starke Gewicht überfordert ist. Wobei Tiger und auch das ist typisch für seine Rasse, großen Spieltrieb hat und voller Leidenschaft hinter seinen Bällen nachjagt. Und diese Bewegung zeigt erste Erfolge, Tiger‘s Gang wird sicherer, endlich hat er mehr Platz als einen halben Quadratmeter! Dazu erhält er auch homöopathische Medizin zur Stärkung des Immunsystems und seiner Gelenke.

Tiger hat jetzt auch seinen Balkon entdeckt. Hier träumt er in der Nachmittagssonne und beobachtet den Fortgang beim nebenan entstehenden neuen Pflegebereich. Auch der Patentag fand großes Interesse. Trotzdem freut er sich über jeden Besuch unserer Mitarbeiter die jede freie Minute zu einem Spiel mit dem roten Kater nutzen. Er macht einen recht zufriedenen Eindruck, allerdings muss man beim spielen aufpassen, dass nicht sein arabisches Temperament mit ihm durchgeht.

Wir sind jetzt erst einmal froh, dass sich viele im Vorfeld vermuteten Diagnosen nicht wirklich bestätigt haben, so war ja auch von Epilepsie die Rede. Trotzdem ist Tiger natürlich alles andere als gesund, aber wir sind guter Hoffnung, dass Tiger mit ärztlicher Hilfe und viel Liebe sein früheres Leben endlich hinter sich lassen kann und vielleicht schon im Frühjahr frisches Gras kennenlernen darf. Und spätestens dann ist Tiger, der Kater aus der Wüste, ein richtiger bayerischer Bua!

PS: Wir möchten uns hier auch ausdrücklich für die große Hilfsbereitschaft unser Unterstützer bedanken. Diese Welle der Hilfsbereitschaft ermöglicht es uns, Tiger die notwendige Behandlung und Pflege zu bieten. Ganz lieben Dank, auch in Tigers Namen, dafür! 🐯♥️🙏

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