Sir Quickly 🐈
Katzenträumern Claudia Puchtinger ist nicht nur eine kreative Seifensiederin die uns immer wieder mit Spenden unterstützt, sondern auch eine begnadete Hobby-Dichterin. Und so hat sie auch ein Erlebnis mit Hauskater Sir Quickly in Reime verfasst, die wir euch nicht vorenthalten möchten.
„Da kloane Semmedieb“
I dua recht gern in boarisch dichtn,
und so hoff` i, ihr kennts olle foign meiner G`schichtn:
Vor Weihnachtn bei meim Mo da Wunsch wurd` laut, er hätt´ gern amoi
wieder Würscht mit Sauerkraut.
Und in da Fria do sog i dann zu eam:
Wennst heid Omd Würscht mogst essn,
duast ma d´Semmen ned vergessn.
Drei dadn langa, aber viere genga a,
si des zu merken, war ned schwar.
Er kimmt hoam, gibt ma di Düddn und i schau glei nei fünf Semmen san
drin, ned viere oda drei!
Natürlich frog i eam, warum er si nix merken ko, do schaut er mi mit
große Augn ganz unschuldig o.
Die hübsche Verkeiferin hätt` eam oane gschenkt, er woit hoid ned
unhöflich sei, hoda si denkt.
Naja, der Grant weng die Semme is na boid vergessn, mia ham Hunger und
frein uns auf´s Essn.
I back oiso die fünf Semme aus, duas in a Kerberl wie immer und drogs
mit Bsteck, Senf und Teller - umme ins Wohnzimmer.
S´Kraut kocht, die Würscht bruzzeln do frogt mi da Mo:
Ob i vielleicht woas, wo unser Koda sei ko?
Und i sog recht bläd drauf:
Der schaut si im Fernseher s`Sandmännchen o.
Und weil da Koda verschwunden bleibt,
schau ma dann doch amoi noch, wos er so treibt.
S´Sandmännchen laft aber des interessiert´n ned sehr, macht er si doch
grod unter`m Disch über a Semme her.
I kempf mit eam um unser Essn,
aber er gibt’s nimma her, des kemma vergessn!
Am End`hob i mi bei meim Mo bedankt, das er war so besonna, hod beim
Bäcka ausreichend Semme mitgnomma.
A da Koda war z`frien mit sich, ma hods richtig kennt, er hod die ganz
Nacht diaf und fest pennt!
Der derf nimma aloa fernsehn, sog i zu meim Mo, und seitdem schau ma
uns s`Sandmänchen mitnander o.
Für unsere Freunde die eher nicht des bayerischen Dialekts mächtig
sind hier eine Übersetzung : 😅
Vor Weihnachten hat mein Mann den Wunsch geäußert, er würde gerne
wieder mal Würste mit Sauerkraut essen.
Deshalb sagte ich am nächsten Morgen zu ihm, wenn er am Abend besagte
Würste essen wolle, dann möchte er doch bitte drei oder vier Brötchen
kaufen, er solle es aber bitteschön nicht vergessen.
Wie er dann nach Hause kam, habe ich die Bäckertüte geöffnet und die Menge der Brötchen kontrolliert.
Doch es waren nicht die genannten drei oder vier Brötchen in der Tüte, sondern deren fünf!
Ich hab ihn gleich ganz freundlich gefragt, ob er sich denn nichts
merken könnte, da blickte er mich ganz unschuldig an und gestand, dass
ihm die hübsche Verkäuferin eine zusätzliches Brötchen geschenkt habe
und weil er nicht unhöflich sein wollte, habe er sich bedankt und auch das zusätzliche Brötchen mitgenommen.
Mein Ärger über die zusätzliche Anzahl an Brötchen war jedoch bald
vorbei, denn wir hatten Hunger und freuten uns schon auf das Essen.
Ich lege also die besagten fünf Brötchen in ein vorhandenes
Weidenkörbchen und trage die Brötchen mittels des Weidenkörbchens zusammen mit dem Besteck, Senf und zwei Teller in das naheliegende Wohnzimmer.
Das Sauerkraut kocht, die in heißem Fett gebratenen Würste sind
essfertig, da fragt mich mein Mann ob ich denn vielleicht wisse, wo unser Kater gerade sei?
Worauf ich dann, sicherlich nicht sehr intelligent, antwortete:
Der schaut sich bestimmt gerade im Fernsehen das „Sandmännchen“ an!
Da jedoch der Kater weiter verschwunden bleibt, haben wir dann doch
die Suche nach ihm aufgenommen.
Das Fernsehgerät war zwar eingeschalten, doch das gerade gesendete Sandmännchen hatte offenbar nicht das Interesse unseres Katers geweckt.
Die Suche ergab, dass der Kater unter dem Esstisch im Wohnzimmer saß und sich genüsslich über ein offenbar von ihm unrechtmäßig aus dem Weidenkörbchen entwendetes Brötchen hermachte.
Ich habe sofort versucht, ihm das Brötchen zu entwinden, doch es blieb
erfolglos, er verweigerte die Rückgabe, ich hatte keine Chance!
Ich habe mich dann bei meinem Mann bedankt, dass er so klug war und
beim Bäcker ein Brötchen mehr mitgenommen hat.
Auch unser Kater war sehr zufrieden, man konnte es ihm direkt ansehen,
er hat dann auch in der Nacht tief und fest geschlafen.
Ich habe daraufhin mit meinem Mann beschlossen, dass der Kater nicht
mehr alleine fernsehen dürfte, zukünftig werden wir uns das Sandmännchen gemeinsam ansehen!
Wir bedanken uns ganz sakrisch bei Claudia Puchtinger für dieses
lustige und gelungene Gedicht und wünschen Sir Quickly weiterhin einen
gesegneten Appetit. Und wenn ihr auch eine Katzengeschichte erlebt
habt, dann schreibt uns doch, wir freuen uns über jeden Beitrag. 🐈♥️🐈