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🐾 Paulas Pfotentagebuch – September

🐾 Paulas Pfotentagebuch – September

 

Der September hat bei uns ungefähr so angefangen, wie ein typischer Monat bei Katzentraum eben anfängt: Kaum hat man einmal tief durchgeatmet, passiert schon wieder irgendwas. 😄 Diesmal hat unser lieber Schlawiner direkt für ordentlich Aufregung gesorgt. Seine Darmprobleme waren leider so massiv, dass er irgendwann komplett aufgehört hat zu fressen. Und wer unsere Katzen kennt, weiß: Wenn eine Katze beschließt, dass Essen jetzt plötzlich völlig überbewertet wird, haben wir ein Problem. Ein ziemlich großes sogar…

Trotz tagelanger Behandlung wollte es bei Schlawiner einfach nicht richtig bergauf gehen. Damit er nicht noch weiter abnimmt und sein Körper durch den fehlenden Kaloriennachschub noch mehr belastet wird, musste schließlich eine Ernährungssonde gelegt werden. Und damit begann für unser Medizinteam wieder das tägliche Schlawiner-Sonderprogramm: Mehrmals am Tag wurde unser großer Mann über seine Sonde zugefüttert, damit er ausreichend Kalorien bekommt und sein Körper endlich wieder ein bisschen zu Kräften kommt. Das bedeutet natürlich einiges an zusätzlicher Arbeit – aber genau dafür haben wir unser tolles medizinisches Team.

Zum Glück dürfen wir inzwischen sagen: Die Sonde ist wieder draußen! Schlawiner frisst mittlerweile wieder selbstständig und ist auch insgesamt deutlich munterer als noch zu Beginn des Monats. Ganz über den Berg ist er zwar noch nicht und aktuell wohnt er weiterhin in unserer Quarantäne, aber wenn man ihn mit dem Schlawiner vom Monatsanfang vergleicht, liegen da wirklich Welten dazwischen.

Und ganz ehrlich: Nach so einem Start darf er sich jetzt auch ruhig ein bisschen verwöhnen lassen und in Ruhe wieder gesund werden.

Natürlich durften auch im September Neuzugänge nicht fehlen. Bei der Menge an Anfragen, die uns regelmäßig erreichen, wäre es vermutlich eher ungewöhnlich, wenn einmal niemand Neues einzieht. Diesmal durfte die liebe Negra bei uns ankommen. Negra ist eine sehr schüchterne Katzendame und Menschen findet sie momentan noch ungefähr so spannend wie wir einen Zahnarzttermin. Sie ist eher vorsichtig, zurückhaltend und beobachtet das Ganze lieber erst einmal aus sicherer Entfernung.

Aktuell wohnt sie im Baumzimmer gemeinsam mit Chelsea, Caramela und Leo und darf dort ganz in Ruhe feststellen, dass ihr hier niemand etwas Böses möchte. Wir geben ihr die Zeit, die sie braucht. Schließlich muss nicht jede Katze, so wie Merlin direkt beim Einzug mit einem großen „Hallo, hier bin ich!“ um die Ecke kommen.

Leider gab es in diesem Monat auch einen Rückkehrer. Unser blinder Nero musste von seinem Pflegeplatz wieder zu uns kommen, weil seine Inkontinenz dort auf Dauer leider nicht so versorgt werden konnte, wie es für ihn notwendig gewesen wäre. Jetzt wohnt er wieder oben im Balkonzimmer. Natürlich ist so ein erneuter Umzug erst einmal stressig, aber Nero schlägt sich bisher erstaunlich tapfer. Er braucht im Moment etwas mehr Aufmerksamkeit und Sicherheit und bekommt die natürlich auch. Wir wollen schließlich, dass er möglichst schnell wieder das Gefühl bekommt: „Okay, hier kenne ich mich aus. Hier bin ich sicher.“

Gesellschaft hat er dabei auch bekommen, denn im Balkonzimmer wohnt inzwischen unser Neuzugang Momi bei ihm. Momi kommt ursprünglich von einem Bauernhof, auf dem ihn die Erben nach dem Tod der Besitzer leider nicht mehr haben wollten. Auch er ist eher ein zurückhaltender Kater und braucht ein bisschen Zeit, um Vertrauen zu fassen. Wobei Momi offenbar sehr schnell herausgefunden hat, welche Menschen man sich besonders gut warmhalten sollte. Die Streicheleinheiten unserer lieben Gabi aus dem Second-Hand-Shop genießt er nämlich ganz besonders. Man muss schließlich Prioritäten setzen. 😄

Und dann kam Tiger…

Ich glaube, Tiger hat sich bei seinem Einzug gedacht: „Wenn ich schon nach Deutschland komme, dann mache ich das wenigstens richtig!“ Viele von euch haben seine Geschichte vielleicht schon auf Facebook verfolgt. Unser süßer Kater aus Dubai ist leider massiv übergewichtig und hat damit ein ernstzunehmendes gesundheitliches Problem. Also haben unsere Tierärztin und ich uns zusammengesetzt und einen ganz genauen Abnehmplan für den kleinen Mann erstellt.

Und nein – bei Tiger gibt es jetzt leider keine „Heute esse ich mal nur die Hälfte“-Diät. Katzen dürfen nämlich nicht einfach möglichst schnell möglichst viel Gewicht verlieren. Gerade bei stark übergewichtigen Katzen besteht bei einer zu schnellen Gewichtsabnahme die Gefahr einer Fettleber. Und genau das wollen wir natürlich auf keinen Fall. Wir wollen nichtein Problem lösen und direkt das nächste produzieren. Deshalb gibt es für Tiger jetzt ganz klare Mahlzeiten, feste Portionen und einen genauen Plan.

Tiger selbst findet seine neue Lebensweise allerdings offensichtlich ziemlich großartig. Denn wenn man ihn so beobachtet, könnte man fast vergessen, dass er eigentlich abnehmen soll. Der kleine Kerl ist unglaublich verspielt und wahnsinnig aktiv. Er nutzt seinen Platz, seinen Balkon und die neu gewonnene Bewegungsfreiheit richtig aus. Besonders sein Balkon hat es ihm angetan. Dort wird sich ausgiebig gesonnt, geschlafen, die Umgebung beobachtet – und dann wird plötzlich wieder losgerannt und gespielt. Gefühlt verbringt Tiger ungefähr die Hälfte seines Tages damit, irgendwelchen Unsinn zu machen. Und genau das freut uns natürlich besonders. Denn Bewegung ist für ihn mindestens genauso wichtig wie der kontrollierte Futterplan.

Natürlich steht Tiger dabei unter strenger medizinischer Kontrolle und sein Gewicht wird regelmäßig überprüft. Unser Ziel ist ganz klar: langsam, kontrolliert und gesund abnehmen, damit Tiger irgendwann die Chance auf ein möglichst normales und vor allem gesundes Katzenleben bekommt. Und wenn er dabei weiterhin so viel spielt, sind wir schon einmal auf einem guten Weg.

Ein ganz besonderes Highlight war in diesem Monat natürlich unser jährlicher Patentag. Und ich muss sagen: Für mich war es der erste Patentag als Leitung – und ich war wirklich überwältigt. Nicht nur von dem Tag selbst, sondern vor allem davon, was unser Team und unsere ehrenamtlichen Helfer dafür auf die Beine gestellt haben.

Ab 6 Uhr morgens wurde bei uns bereits gewuselt. Es wurde geputzt, gefüttert, vorbereitet, dekoriert, organisiert und vermutlich ungefähr hundertmal die Frage beantwortet: „Ist das jetzt schon fertig?“ Schließlich sollte alles picobello sein, wenn unsere Paten eintreffen. Und dann war es irgendwann so weit: Die ersten Paten kamen und plötzlich war der Hof voller Menschen, die alle eines gemeinsam haben – sie lieben Katzen und sie unterstützen unsere Arbeit.

Und an dieser Stelle muss ich einfach einmal ganz ausdrücklich DANKE sagen. Ohne unsere Paten würde es unseren Katzentraum in dieser Form nicht geben. Sie ermöglichen mit ihren Patenschaften einen ganz wesentlichen Teil unserer Arbeit und sorgen dafür, dass wir unsere Katzen versorgen, behandeln und ihnen ein dauerhaftes Zuhause bieten können. Wir wissen sehr genau, wie wertvoll diese Unterstützung ist.

Aber was den Patentag für mich so besonders gemacht hat, war gar nicht nur die finanzielle Unterstützung. Es war dieses unglaubliche Miteinander. So viele liebe Menschen, so viele schöne Gespräche und so viel Verständnis für unsere Arbeit und vor allem für unsere Katzen. Denn natürlich ist ein Patentag für die Miezen nicht unbedingt ein ganz normaler Samstag. Plötzlich sind viel mehr Menschen auf dem Hof als sonst, überall wird gesprochen, gelaufen und geschaut. Einige Katzen finden das natürlich fantastisch und denken sich: „Endlich erkennt jemand meine Schönheit!“ Andere hingegen bevorzugen eher die Variante „Ich bleibe heute einfach unsichtbar und wir tun beide so, als wäre ich nicht da.“

Umso schöner war es zu sehen, wie respektvoll unsere Paten damit umgegangen sind. Wenn eine Katze Abstand wollte, wurde das akzeptiert. Niemand wurde bedrängt und jeder hat verstanden, dass unsere Katzen ihren eigenen Kopf haben. Und genau so soll es sein. Ich kann deshalb wirklich nur sagen: Wir haben eine unglaublich tolle Community. Menschen, die unsere Arbeit unterstützen, unsere Katzen lieben und verstehen, dass Tierschutz nicht immer aus schönen Kuschelfotos besteht, sondern manchmal auch aus Geduld, Rücksichtnahme, medizinischer Versorgung und ganz viel Durchhaltevermögen. Dafür einfach von Herzen: Danke, danke, danke!

Auch im Leukose-Bereich ist was los. Flanders macht langsam Fortschritte. Unser schüchterner Kerl lebt sich hinten im Leukose-Bereich immer besser ein und wird allmählich etwas entspannter. Ganz ohne kleine zwischenmenschliche – beziehungsweise zwischenkätzische – Meinungsverschiedenheiten geht es allerdings auch bei ihm nicht. Mit Toni scheint die Chemie leider nicht ganz zu stimmen. Die beiden sind also eher in der Kategorie „Wir akzeptieren, dass du existierst, aber Freunde werden wir wahrscheinlich nicht mehr“.

Trotzdem ist diese Lösung für uns aktuell die bessere Variante als der obere Leukose-Bereich. Denn dort wohnt unser kleiner Fritzi – und Fritzi hat eine ziemlich klare Meinung zu neuen Mitbewohnern. Seine derzeitige Wohngemeinschaft akzeptiert er großzügig, aber weitere Neuzugänge werden offenbar nicht benötigt. Fritzi ist also quasi der Türsteher des Leukose- Bereichs und entscheidet selbst, wer auf die Gästeliste kommt.

Und so endet auch dieser September wieder mit einer bunten Mischung aus Sorgen, kleinen Wundern, neuen Gesichtern, alten Bekannten und sehr viel Katzenchaos.

Schlawiner frisst wieder selbstständig, Tiger arbeitet an seine Bikini-Figur, Negra lernt langsam, dass Menschen gar nicht so schlimm sind, Nero findet sich wieder bei uns ein, Momi entdeckt die Vorzüge menschlicher Streicheleinheiten.

 

Bis zum nächsten Mal

Paula 🍀

 

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