Paulas Pfotentagebuch – Mai

Also gut… ab jetzt habe ich hier wohl mein eigenes kleines Tagebuch im Newsletter.

Ich dachte erst: „Ach, worüber soll ich denn jeden Monat schreiben?“ — und dann ist mir aufgefallen, dass bei uns eigentlich kein einziger Tag dem anderen gleicht. Zwischen Medikamenten-Weckern, Tierarztbesuchen, kleinen Sorgenmomenten, lustigen Katzenaktionen und ganz vielen besonderen Augenblicken sammle ich jeden Monat doch eine ganze Menge Geschichten. Also nehme ich euch ab jetzt einfach ein bisschen mit durch unseren Alltag hier auf dem Hof. 🐾

Der Mai hat direkt emotional für mich gestartet. Gemeinsam mit einigen Mitarbeitern war ich auf unserem Katzenfriedhof. Leider gehört auch das zu meinem Alltag dazu. Einige unserer Schützlinge gehen irgendwann über die Regenbogenbrücke und bekommen dort ihren Platz.

Es war ein ruhiger, sehr besonderer Moment — und irgendwie habe ich trotzdem das Gefühl, dass sie noch ein kleines bisschen um uns herum sind. Unsere Katzen liegen dort alle gemeinsam an ihrem eigenen, stillen Ort.

Und kaum war dieser Moment vorbei, kam schon das nächste Kapitel: Neuzugang! Mr. Grey ist bei uns eingezogen und hat sich in wahnsinniger Geschwindigkeit ins Katzenrudel integriert. Manche Katzen brauchen Wochen, um anzukommen — Mr. Grey hingegen benahm sich ungefähr nach drei Stunden schon so, als hätte ihm der Laden hier schon immer gehört. Willkommen Mr. Grey. Ihr könnt ihn übrigens hier im Newsletter auch noch besser kennenlernen.

Und dann gab es diese Woche einen Moment, bei dem ich wirklich dachte, ich sehe nicht richtig: Bambi war auf dem Boden. Ich merke, wer die Hintergrundgeschichte nicht kennt, denkt vielleicht, das sei kein großes Ereignis… Man muss dazu aber wissen, dass Bambi praktisch ausschließlich auf ihrer Kletterwand im Baumzimmer lebt. Das ist ihr Reich. Ihre Burg. Ihr persönliches Penthouse. Sie verlässt diese Wand normalerweise ungefähr so ungern, wie andere Menschen montags ihr Bett verlassen. Dieser Vergleich hinkt ein bisschen, denn der Mensch steht montags normalerweise trotzdem auf. Bambi hingegen bleibt konsequent auf ihrer Kletterwand.

Umso größer war mein Schock, als ich sie plötzlich unten durchs Zimmer schleichen sah. Ich stand wirklich kurz völlig irritiert da und habe mich gefragt, ob ich vielleicht einfach zu wenig Kaffee hatte. Nach wenigen Minuten war der Spuk allerdings vorbei und Madame verschwand wieder nach oben auf ihren Stammplatz.

Natürlich begleiten mich auch weiterhin die kleinen Sorgenkinder. Allen voran Linus, der mich aktuell ziemlich beschäftigt. Durch seine neu diagnostizierte FIP bekommt er jetzt jeden Tag punkt 12 Uhr seine Medikamente. Mein Handy hat sich inzwischen offenbar mit meinem Nervensystem gekoppelt, weil ich den Wecker mittlerweile schon vor dem Klingeln „fühle“. Aber: Es lohnt sich. Die Medikamente schlagen richtig gut an, und ich sehe Tag für Tag eine deutliche Verbesserung. Und ehrlich gesagt ist das eines der schönsten Dinge überhaupt.

Besonders beschäftigt hat mich auch Giulia. Sie hatte einen kleinen stationären Aufenthalt in der Klinik, weil sie aufgehört hatte zu fressen. Als sie zurückkam, hatte sie noch eine Ernährungssonde, und wir haben sie erstmal liebevoll unterstützt und zugefüttert.

Inzwischen frisst sie wieder ganz alleine — und auch wenn sie mittlerweile zu unseren Palliativpatienten gehört, ist sie aktuell stabil. Und manchmal sind genau diese kleinen Schritte die größten Erfolge überhaupt.

Auch Django hat mir diesen Monat kurz einen ordentlichen Schreck eingejagt, weil er einen Aufenthalt in der Tierklinik hatte. In solchen Momenten denke ich ja immer direkt an alles Mögliche, nur nichts Beruhigendes. Zum Glück durfte er erstmal wieder nach Hause. Und ganz ehrlich… ich habe ihn hier schon vermisst. Vor allem sein sehr konsequentes, sehr selbstbewusstes und absolut nicht ignorierbares Nachfragen nach Milch. Django hat da wirklich eine eigene Strategie entwickelt — subtil war da gar nichts.

Natürlich wurde auch wieder fleißig für Instagram gedreht. Jacqueline und ich haben versucht, gemeinsam mit den Katzen halbwegs professionelle Videos aufzunehmen. Das Wort „versucht“ ist dabei allerdings sehr wichtig. Katzen haben nämlich selten Interesse daran, sich an Drehpläne zu halten. Entsprechend gibt es neben den eigentlichen Videos auch jede Menge Outtakes, spontane Katzenauftritte und Versprecher vom Feinsten.

Auch unsere Tierärztin war wie immer fleißig im Einsatz und wir haben uns um unsere aktuellen Akut-Patienten gekümmert. Zusätzlich versuchen wir weiterhin, viel präventiv zu arbeiten — mit Probiotika, Taurin, Akupunktur und verschiedenen immunstärkenden Kuren. Bei so vielen Katzen gibt es schließlich immer irgendwo jemanden, der gerade besondere Unterstützung braucht.

Ansonsten war hier wie immer alles gleichzeitig los: Seppi hatte seine Zahn-OP, Merlin wurde kastriert, einige Katzen mussten nochmal zum Augenspezialisten und irgendwo zwischendrin klingelte garantiert wieder irgendein Handy, weil die nächste Katze Medikamente brauchte oder spontan beschlossen hat, heute Chaos zu veranstalten.

Langweilig wird es hier jedenfalls nie. Und ehrlich gesagt möchte ich es auch gar nicht anders.

Bis zum nächsten Pfotentagebuch

Eure Paula 🐾 ♥️

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