Weihnachtln duads umadum
Liebe Katzenträumer, gerade vor Weihnachten möchten wir euch wieder ein ganz besonderes Buch ans Herz legen. Einigen dürfte der Titel bereits bekannt sein, „Weihnachtln duads umadum“! Geschrieben vom bayerischen Heimatdichter Helmut Hingrainer, ein großer Freund und Unterstützer unseres Gnadenhofs.
Die meist in bayrischem Dialekt geschriebenen G‘schichten und Verserl passen bestens in die Winterzeit und sind ein echtes Schmankerl. Lustiges und Besinnliches reiht sich aneinander, ein echtes Kunstwerk der bayerischen Literatur. Der Preis für dieses Buch liegt bei 20€, Herr Hingrainer spendet uns davon keine 20%, auch keine 50%, nein, den gesamten Erlös stellt er unserem Gnadenhof zu 100% zur Verfügung! Wie ihr zu diesem Kleinod kommen könnt, verraten wir euch am Ende dieses Beitrags.
Ideal zum selber lesen oder als ganz besonderes Geschenk! 🎄🎁♥️
Doch jetzt gibt’s hier einige Kostproben aus dem Buch :
Bumerang-G‘schenke
Mancher hortet oidn Schrott im Keller
von Aschenbecher bis Zinnteller
verpackt des Zeig zur Weihnachtszeit
verschenkts dann an bekannte Leit
Da de auserwählten Unglücksraben
koa Freid an so a'm Krempel haben
gebn sie des weida nei verpackt
weil's Graffe sonst am Dachbodn flaggd
So werd der Trödel reihum greicht
und land't durch Zuafoi dann vielleicht beim Erstverschenker
schmeichlerisch auf weihnachtlichem Gabentisch !
Ochs und Esel
Zu Bethlehem in jener Zeit, in am Bretterstoi vom Ort unweit, da war‘n se a Ochs und Eselvieh gegenüber g‘standn vis a vis. Im großn und ganzen ko ma sag’n, de zwischen toan se recht guat vertrag‘n.Warn‘s in da Meinung oft a g‘spalten, ham se sich doch gern unterhalten.Alloa scho aus dem Grund bestimmt, dass d‘Langweil da kian Platz ei‘nimmt. Da Ochs hod meistens saudumm g‘fragt, da Esel dann an Schmarrn drauf g‘sagt. Manch moi war aa - wia‘s Leben so lehrt de Handlungsweis grod umgekehrt.
Zwischendurch gab’s freili a moi Streit, wia‘s is oft um a Kloanigkeit. Gönnt normal jeder dem andern was, beim Fressen head se auf da Spaß. Wia da Ochs moi müad am Blankä loant, da hod da Esel für sich g'moant, dass er eahm a Fotzn Hei wegschnappt, wurd' aber prompt dabei ertappt. Da Ochs hodn drauf in d'Schuita zwickt, dem Esel no a Ohr ab'knickt, damit der ewig ned vergisst, dass ma an Ochs koa Hei wegfrißt. Is oans aa um den andern froh, teilt ma ned leicht gern Hei und Stroh.
De selbig Nacht, es hod scho dunkelt. Da Mond und a paar Stern ham g'funkelt. Da war draußn a Stimmung sonderbar, denn trotzdem, dass koa Woik da war, is a Sturm aufzog'n so beissad koid, dass d'Reh und d' Hirsch g'flücht san in Woid. Da Sturm hod weida um sich griffen, durch jede Ritzn grimmig pfiffen. Baam ham knarzt, sich g fährlich bog'n, Dachschindeln san durch d'Gegend g'flogn. Sollt zu der Stund wer rum marschiern, dem könnt des Schlimmste dort passiern.
Da Ochs hod schmatzend wiederkaut, mit oam Aug hi zum Esel g‘g‘schaut, weil der scheint's irgendwia was wittert, sei G'stell wia Espenlaab wuid zittert. De Haltung gibt eahm zum verstehn, de Nacht wead no was B'sonders g'schehn. Mit a'm arg flauen G'fühl im Bauch macht er von sein'm Plärr-Recht gebrauch, was den Esel sichtlich irritiert und mit a'm Anpfiff laut quittiert: „Ja spinnst denn du - jetzt gib a Ruah, bist weder Stier, scho gar koa Kuah. Jetzt hoid de staad in deina Box, du hirnverbrennter, blöder Ochs. Ja hast du überhaupts koa G'spür? Weasd seh‘ng demnächst geht auf de Tür. Dann g'schieht was Göttlich's in dem Stoi, am Wunder gleicht des allemoi." Aus Angst sei Stoifreind draht glei hohl und stimmt gar selbst o sei Gejohl, da is da Ochs kloalaut verstummt, hod blos no in sich eini brummt, dabei krampfhaft aa überlegt, was wohl den Kerl so arg bewegt. Und wia er drüber schwer nachsinnt, kimmt er zum Schluß: Der Esel spinnt!
Plötzlich ruckelt's an da Stoitür dro und eina schaut vaschreckt a Mo, der ihr zuaschreit im Kampf gengan Wind: „Geh weida Mară, schick di gschwind. Des is zwar koa Luxuspension aber gengan den Wind a Bastion. Kimm schau ned gar so sparsam drei, wo anders lassen's uns ned nei. I hab kniafällig um Hilfe g'fleht, bitt und bettelt wia's grod geht. Trotzdem ham's ma mit frecha Goschen vor da Nosen d'Tür zuadroschen. De mitleidslosen Zeitgenossen g'hean oi mit Hennadreck daschossen. Für des Gschwerl, so herzlos, hundsgemein scheint Gastfreundschaft a Fremdwort z'sein. Es is hoid da wia überoi, wer koa Geld hod schloft im Stoi." Und wia er da no lautstark poltert, kimmt de Frau zur Tür rei g'stolpert. Ihr' Haarpracht war vom Sturm verwaht, da Ochs hod glei de Aug'n vadraht. War er von dem Buidl ned erbaut, hätt er se doch nix z'sag'n traut.
„Mei Joseph", sagt de Frau zum Mo, „jetzt bin i aber scho heilfroh". Klopft se an Staab ab von ihr'm Gwand und schaut se um im Unterstand. „Schau hi da hint - im Eck de zwoa. Wia's ausschaut san ma ned alloa. I denk ihr zwoa habt's nix dagegn wenn mia uns zu eich zuawelegn. Seit Tagen san mia auf da Achs, wiads sehgt's kriagn mia demnächst Zuawachs. Gell, ihr g währts uns Unterschlupf in dera schlicht'n Brettaschupf." Da Ochs hätt' gar glei widersprocha, wead aber abrupt unterbrocha von am Esel-li-aa-ah, was hoaßn sollt - „Ja bleibt's no da." . Höchste Zeit is word'n für a Rast, mia brauchan g wiß koan Prunkpalast. A windstaads Eckal und a Ruah, kimm Joseph huif ma aus de Schuah. I tua mi hart mit'm obibucka und wui mein Bauch ned so fest drucka. Meine Füaß de toan aa greisli weh, a Blas'n hab i gwiß am Zeh.
Hätt i jetzt blos an Franzbranntwein, dann reibat i mi damit ein.
Ja so sans de Weibaleit, kaam sans de größt'n Sorgn los, scho wean d'Ansprüch wieda groß. So ois kannt da Ochs Gedanken lesen, is er der selben Meinung g’wesen wia da Joseph der zum Mară schaut aber des freili ned z'sag'n traut. Wia da Joseph so im Dämmerlicht Hei und Stroh für's Bett herricht, is's Mară zu de Viecher g watschelt und hod de zwoa am Schnauzerl tatschelt, dass da Esel sei Gebiss hibleckt, da Ochs aus Dank ihr d' Händ abschleckt.
Dann hod se sich zum Joseph kuschelt und mit dem braven Mo leis tuschelt. Der war z'ruckhaltend unterkühlt, vom Tagg'schehn no a so aufgewühlt, innerlich no richtig grantig und ned aufg legt für Stoiromantik. Am liabst'n waar er nomoi naus, hi ganga dann zu jedem Haus, hätt' dene Gratla d’Meinung geigt, oan nach dem andern g'scheit ohrg’feigt.
In seiner Wuat war er in fahrt, mit Kraftausdrück hod er ned g'spart, bis'n s'Marà ei bremst: „Fang de wida, Joseph sei ned gar so zwida. Pack liaba a paar Tüacha aus, i glaab des Kind in mir mog raus." Da Joseph is zu Stoa erstarrt, auf des hod er heit grod no g' wart. Darauf war er ned vorbereit, koa Hebamm do ned weit und breit. So ganz alloa auf sich blos g’stellt, kimmt in dem Stoi des Kind zur Welt. Da schubst da Ochs an Esel o, moant ob des guad geht bei dem Mo. Nervös hams mit de Hufe g'scharrt und tapfer neb'neinand ausg'harrt. Dabei san's hin-und herum g'ruckt, wenn's ganga waar hättn's Daama druckt.
Doch da Joseph hod stets mit Bedacht und instinktiv ois richtig g'macht. S Mară war a starke Frau, vom Pressen war da Kopfscho blau. Wia's Kindl kimmt aus da Muadda Schoß, war da Joseph völlig fassungslos. Des Kind, a Büberl, ois war dro - da hod a g'woant der brave Mo.
Hod's Kind higlegt zur Muaddabrust, sei Herz hod g’jauchzt so voller Lust. S'Mară hod ihr'n Mo zuag 'nickt, a Dankgebet, gegn Himme g'schickt. Drauf head ma wia a G'sang o'schwellt, da Stoi is plötzlich sanft erhellt. S Kind war umgeb'n von warma Schein und schlaft im Arm da Muadda ein.
Da Esel gibt dem Ochs an Renner: „Was hab i g'sagt du oida Penner? De Nacht wean mia nach mein'm Ermessen unser Lebtag ned vagessen. I sag da no was im Vertrauen, da brauchst des Büberl blos o' schauen. Des Buzerl da drüben im Strohbett, des wead was B' sonders, jede Wett.
Von dem red'ns no in Ewigkeit in aller größten Herzlichkeit. Doch bin i voller Zuversicht, mia zwoa san Teil von dera G'schicht."
Christbaam kaffa
Da Christbaamkaaf zum Weihnachtsfest
werd oft zum Ehe-Härtetest
Sie wui a Tanna, er a Fichtn
Sein Vorschlag mog sie mitnichtn
Moi is a z'windig, z'liacht, hoib dürr z‘buschig, z‘broad, geht kaam
durch d‘Tür, z‘hoach, z‘nieder, z‘stachlig, da Stamm z‘dick schiaf
gwachsn mit a'm Giebe-Knick
Da Mo bekräftigt mit Nachdruck
durch Zweigkosmetik, Glitzerschmuck
is jeda Baam recht schee o'zschaun
so ähnlich hauts aa hi bei Fraun.
Erhältlich ist das Buch „Weihnachtln duads umadum“ an den Tagen der offenen Tür in unserem Büchermarkt. Oder direkt bei Helmut Hingrainer, Emailadresse helmut.hingrainer@t-online.de oder telefonisch 08034/1686 !
PS: Legendär sind mittlerweile auch die täglichen Kommentare unter unseren Facebookposts. Ein Beispiel ? Wir stellten unsere Mieze Negra vor. Bei ihr muss eigentlich die Blase täglich ausmassiert werden. Da aber Negra in den ersten Wochen völlig verängstigt war und niemand an sich heranlassen wollte, versuchten wir sie zum Laufen zu animieren. Denn durch die Bewegung leerte sich dann die Blase von selbst.
Hingrainers Kommentar:
Ich habe versucht, es Negra nachzumachen mit anschließend
Großreinemachen Blase entleeren bei vollem Lauf den Gang entlang, die
Treppe rauf Es ist nicht einfach, wie manche denken den Strahl von
sich noch wegzulenken! 🤣🤣