Der gestiefelte Kater vom KatzenTRaum und das Blutwunder !
Es war einmal ein schwarz-weißer Kater der in Sonnenham im KatzenTRaum lebte. Er war zwar recht fleißig, aber auch ein großer Angeber und Casanova. Eines Tages belauschte er ein Gespräch zwischen Irmi und Renate, die über den Umzug in das neue Heim in Ried sprachen. Er hörte, dass dabei alle Katzen in Transportkörbe verbracht und so in die neue Heimat gefahren werden.
Als Fritzi das nach dem Mittagessen den anderen Katzen erzählte, war die Freude auf die Autofahrt beim Allen groß. Nur Fritzi wurde immer stiller, wusste er doch, dass ihm beim Autofahren immer schlecht wurde. Und er stellte sich vor, wie peinlich es wäre, wenn er sich dann übergeben müsste. Sicherlich würde er so zum Gespött aller Katzendamen und seine Autorität wär beim Teufel.
Schließlich kam ihm aber der rettende Gedanke ! Er stellte sich vor den anderen Katzen auf und tönte : Ha, ihr wollt euch also wie alte Katzenomas und Opis fahren lassen. Pah, das ist doch nichts für einen richtigen Kater wie mich. Schließlich bin ich Italiener und die Römer sind sogar über die Alpen gewandert ! Also ich geh die paar Meter nach Ried zu Fuß, ich brauch keinen Fahrdienst! Ein bewunderndes Raunen ging da vor allem durch die Reihen der Katzendamen. Ja, der Fritzi, der ist doch ein Held und jede wollte plötzlich neben ihm stehen und ein Selfie mit ihm machen.
Am Tag vor der Abreise wurde dem Fritzi dann doch etwas mulmig, hatte er doch mittlerweile mitbekommen, dass der Weg über den Irschenberg führte. Aber nun gab es kein zurück mehr ! Aber da fiel im ein, dass oben im 2. Stock doch Stiefel rumlagen und es bestimmt besser sei, seine verwöhnten Pfoten zu schützen. Er probierte die Stiefel und sie passten wie angegossen. Am Umzugstag in aller Früh zog er also seine Stiefel an und setzte sich noch ein keckes Hütchen auf. So ausgestattet marschierte er noch einige Male vor der auf den Abtransport wartenden Katzenschar auf und ab, bezeichnete sie als verweichlichte Memmen und machte sich schließlich unter den bewundernden Blicken der Katzenmädels auf den Weg.
Fritzi schritt mit seinen Lederstiefeln kräftig voran und der erste Kilometer war schnell geschafft. Immer wieder traf er dabei auf Menschen, die ihn bewundernd anschauten und mit den Worten : „Oh, ein gestiefelter Kater“ ehrfürchtig Platz machten. Allerdings machte sich nach einiger Zeit ein Hühnerauge an der linken Hinterpfote bemerkbar, außerdem fiel Fritzi ein, dass er gar keine Verpflegung mitgenommen hatte. Gegen Mittag näherte er sich dann doch schon etwas erschöpft und vor allem hungrig dem Irschenberg. Er betrat leicht humpelnd den Mc Donald und schaute sich nach etwas essbarem um. Aber leider gab es kein Katzenfutter, nur Burger und die waren überhaupt nicht nach seinem Geschmack. So fragte er nach Chicken Wings nach, aber dummerweise waren die schon aus. Hm, was tun ?
Da sah Fritzi eine auf den Boden gefallene Packung Tomatenketchup. Und da kam ihm die rettende Idee ! Er schnappte sich den Ketchup und verließ schnell das Restaurant. Kurz vor dem Ort Irschenberg setzte er sich in den Schatten eines Baumes, zog sich einen Stiefel aus und beschmierte seine Pfote mit dem Tomatenketchup. Dann humpelte er zum erstgelegenen Haus, miaute und als eine ältere Frau öffnete zeigte er ihr seine rote Pfote. Die Frau hatte ob der vermeintlich blutenden Pfote sofort Mitleid und gab Fritzi was zu futtern. Der haute sich seinen Bauch voll, bedankte sich und machte sich gestärkt auf den weiteren Weg nach Ried.
Nachdem er seinen „Blutketchup-Trick“ noch dreimal erfolgreich angewandt hatte, machte sich nun aber ein starkes Völlegefühl und aufkommende Schläfrigkeit bemerkbar. Total übermüdet legte er sich hinter einen Hollunderbusch und schlief sofort ein. Erst am späten Nachmittag wachte Fritzi auf und das auch nur, weil ihn sein eigenes Schnarchen geweckt hatte. Noch waren aber einige Kilometer bis Ried zurückzulegen und mittlerweile drückte das Hühnerauge an der Pfote immer mehr.
Doch Fritzi hatte wieder mal Glück. Nach kurzer Zeit hörte er einen Traktor näher kommen. Er riss sich sofort den Stiefel wieder von der Pfote, legte den restlichen Tomatenketchup nach und hielt seine nun blutrote Pfote wehklagend in die Höhe. Und, Gottseidank der Bauer bemerkte ihn, hielt an und fragte, ob er mitfahren möchte. Schwupps, schon saß unser Fritzi stolz auf dem Beifahrersitz und tuckerte zufrieden dem Ziel in Ried entgegen. Kurz vor dem Gnadenhof bedankte er sich bei dem braven Bauern und hüpfte vom Traktor. Schließlich sollte keiner seiner Freunde und vor allem Freundinnen sehen, dass er den Weg nicht nur zu Fuß zurückgelegt hatte.
Am neuen Gnadenhof hatten sich schon Alle Sorgen gemacht wo der Fritzi wohl geblieben war. So war die Freude und das Hallo groß, als er, mit nun wieder federnden Schritten auf das Gelände einbog. Auf die Nachfrage, warum er denn so lange gebraucht habe, erzählte er, dass er durch eine alte Fußverletzung die wieder aufgebrochen wäre, aufgehalten wurde. Aber, da Kater ja total schmerzunempfindlich wären, hätte ihn das nicht weiter gestört.
Sofort kam nun Rosi auf ihn zu und wollte sich um seine „Verletzung“ kümmern. Dies war Fritzi natürlich garnicht recht, würde doch so sein Schwindel aufkommen. Aber Rosi ließ sich nicht aufhalten, zog Fritzi den Stiefel aus, tastete die Pfote ab, fuhr mit dem Finger über die „Wunde“ und steckte ihn dann glücklich lächelnd in ihren Mund. „Oh, Tomatenketchup und auch noch meine Lieblingssorte vom Mc Donald, lecker“ ! Oh Schande, da brachen alle Katzen in lautes Gelächter aus, denn sie hatte sofort erkannt, dass es sich nur um Ketchup handelte.
So wich die Bewunderung in große Schadenfreude. Auch als Fritzi Stein und Bein schwor, dass es sich nur um ein Wunder handeln konnte, weil sich offenbar sein Blut in Ketchup verwandelt hatte und meinte, er müsse nun zumindest selig gesprochen werden und er sich wohl an den Papst wenden würde, glaubte ihm niemand. Unter lautem Gelächter bezog unser Tomaten-Fritzi so sein neues Körbchen und schlief sofort völlig erschöpft ein.
Ja und wenn ihn bisher keiner geweckt hat, dann schläft er dort noch immer.