Drei Jungs

In einem Gnadenhof findet man meist ältere Tiere, die hier einen Platz für immer gefunden. Nun berichteten wir ja im Newsletter September über Linchen, die nur wenige Wochen alt, an Ataxie erkrankt, in einem Ameisenhaufen gefunden wurde.

Wenige Wochen nach Linchens Einzug erreichte uns dann ein Hilferuf einer griechischen Tierschutzorganisation. Auslöser waren 3 kleine Katerjungs, die am Straßenrand ohne mütterliche Begleitung gefunden wurden. Dies allein wäre natürlich noch kein Grund, international Hilfe anzufragen. Allerdings war den Tierschützern sofort klar, dass zumindest zwei des Trios unter schweren Augenproblemen litten.

Während der schwarz-weiße Luzifer zwar von Katzenschnupfen geplagt, aber seine Augen noch wenig betroffen waren, hatte der weiß-getigerte Lasko bereits erhebliche Schäden an seinen Augen erlitten. Ein Auge konnte noch gerettet werden, beim Zweiten ist die Linse derart getrübt, dass davon auszugehen ist, dass Lasko nur mit dem soweit gesunden Auge sehen kann.
Weitaus am schlimmsten hatte der unbehandelte Katzenschnupfen beim getigerten Lines gewütet. Durch die entsetzliche Entzündung waren beide Augen buchstäblich ausgelaufen, so dass Lines blind durch das Leben gehen muss.

Das Alter der drei Burschen schätzen wir auf etwa 4 Monate. Eigentlich war der Plan, dass die drei Rabauken das Linchen beim erwachsen werden begleiten sollten. Schließlich sollte sie ja mit Katzen kommunizieren, die etwa ihrem Alter entsprechen. Leider ging der Plan aber bisher nicht ganz auf. Erste Versuche zu viert waren zwar recht vielversprechend
( Foto ) , allerdings wurden die Jungs mit zunehmender Eingewöhnung für das kleine Linchen zu frech. Während nun Linchen wohlbehütet in Irmis Wohnung im eigenen Bettchen liegt, großen Appetit entwickelt und mit extrem lauter Stimme ihre Streicheleinheiten einfordert, haben sich die 3 Jungs völlig anders entwickelt als wir uns das gedacht hatten.

Wer nämlich das Trio sieht, wird nicht glauben, dass zumindest zwei davon sehbehindert, bzw. blind sind. Da wird im Garten gespielt als gäbe es kein Morgen, fliegende Katzenkörper wirbeln durch die Luft, überschlagen sich und machen auch vor den „Erwachsenen“ nicht halt. Wer den Weg kreuzt, wird angegriffen, wovon natürlich Sir Archibald „not amused“ ist. Kein Respekt vorm Alter !

Es ist wirklich kaum zu glauben, wie selbst der blinde Lines den Kratzbaum erklimmt oder traumwandlerisch sicher durch die Räume streift. Offenbar ersetzt hier der Tastsinn die Augen, bzw. legen sich blinde Katzen eine Art Navigationssystem zu. Dies dauert normalerweise einige Zeit, der kleine Lines schaffte es offenbar in wenigen Wochen.
Wobei sicher auch der Zusammenhalt der Brüder hilft. Geschlafen wird grundsätzlich zusammen in einem Beutel und auch wenn sie sich im Tagesablauf mal kurz trennen findet das Trio Infernale immer wieder zusammen. Manchmal hat man das Gefühl, Luzifer sieht für die beiden Brüder mit.

Wie die Untersuchung unserer Tierärztin bestätigte, sind alle drei soweit gesund, was sich auch in ihrem sagenhaften Appetit zeigt. Allerdings steht in einigen Monaten ein Pflichttermin an : Die drei jungen Helden werden kastriert! Aber geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes oder hier gedritteltes Leid. Wobei man natürlich weiß, dass die Herrn der Schöpfung dabei immer besondere Schmerzen erleiden, medizinisch nicht erklärbar, es muss wohl an der anfälligen Katerpsyche liegen :-)

Wer sich jetzt genauso wie wir sofort in den Dreierpack schockverliebt hat, der kann sich gerne als Schutzengel-Pate anbieten. Den entsprechenden Antrag findet ihr unter

https://www.katzentraum.org/patenschaft.html

Und zum Schluss noch ein Tipp : Die drei Brüder sind jetzt im besten Flegelalter. Also besucht uns bald, jede Minute mit diesem Chaos-Trio sind ein echtes Erlebnis.

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