Der OVB zu Gast in unserem Gnadenhof!
Mitte des Monats meldete sich eine Redakteurin des OVB‘s bei uns mit dem Wunsch, einen längeren Bericht über unsere Arbeit zu schreiben. Gerne würden wir euch diesen Bericht hier zur Verfügung stellen, da der Artikel aber hinter einer Bezahlschranke veröffentlicht wurde, ist dies leider nicht gestattet. Trotzdem wollen wir euch Teile des Berichts nicht vorenthalten, deshalb schildern wir in eigenen Worten diesen Beitrag.
Aus vielen Gründen landen Katzen in einem Gnadenhof, Krankheit, Unfallopfer, oder immer wieder verlorene Heimat wenn Erben von der Katze nichts wissen wollen. Da, wie Renate Holland anmerkte, „Ein Miau überall auf der Welt gleich klingt“, finden hier nicht nur Katzen aus der näheren Umgebung Zuflucht, sondern mittlerweile kommen bedürftige Vierbeiner aus allen Bundesländern zu uns. Auch ausländische Tierschutzorganisationen wenden sich oft an Holland und ihre Kollegen. So kam erst kürzlich eine Katze mit einem schlimmen Ohrenkarzinom aus Osteuropa nach Bruckmühl. Eine lebensrettende Operation wäre in ihrem Heimatland nicht möglich gewesen. In unserem Gnadenhof findet diese Katze jetzt ein Zuhause, in dem man ihr Liebe schenkt und sie entsprechend medizinisch versorgt, so Renate Holland.
Aktuell leben 77 Katzen praktisch in einer Wohngemeinschaft in dem vor vier Jahren neu erbauten Gnadenhof in Ried 7 bei Bruckmühl/Götting.Viele ehrenamtlichen Helfer, sowie einige festangestellte Mitarbeiter, darunter Tierpfleger und eine Tierärztin betreuen hier ihre Schützlinge. Natürlich muss das alles finanziert werden, dies geschieht ausschließlich über Spenden und durch regelmäßige Tage der offenen Tür. Die nächste Veranstaltung findet am Samstag, den 04. April statt. Bei einer Führung durch das Katzenhaus können die Miezen und die Arbeit kennengelernt werden. Dazu ist der beliebte große Flohmarkt und der modisch aktuelle Second Hand Shop geöffnet, anschließend trifft man sich dann im Kaffeestadl zu Kuchen, Kaffee und vielen Gesprächen.
Außerdem werden dringend Patinnen und Paten für die flauschigen Bewohner gesucht. Auf der Internetseite des Gnadenhofs können sich zukünftige Katzenfreunde die Steckbriefe der meisten schnurrigen Bewohner ansehen. Durch die Patenschaften werden dann die Verpflegung und die medizinische Behandlung der meist Vierbeiner finanziert.
Biggi Lata ist eine dieser Patinnen. Sie kommt aus dem mittelfränkischen Schwabach und unterstützt uns bereits seit 2022, aktuell ist sie Patin von 24 bedürftigen, kranken Katzen, darunter viele Streuner. Heute erzählt sie uns, dass sie eigentlich früher keine Katzen mochte. Doch vor 16 Jahren passierte es, sie lernte nicht nur ihren jetzigen Mann kennen, sondern auch dessen Kater Sven. Und schon war‘s geschehen, nicht nur ihr Mann eroberte ihr Herz, sondern auch Kater Sven hatte ab da einen festen Platz in ihrem Herzen. Er sprang schon beim ersten kennenlernen sofort auf ihren Schoß und ab da waren Biggi und Sven unzertrennlich bis Sven schließlich im stattlichen Alter von 24 Jahren in den Katzenhimmel umzog.
Dass die Gemeinschaft mit einer Katze auch fordernd sein kann, weiß Lata. Denn neben Futter, Arztbesuche und Medikamente erfordert sie auch viel Zeit, Liebe und Fürsorge. Schließlich hat sie nicht nur 24 Patenkatzen, sondern auch Kater Gismo, der unter Diabetes leidet und dazu zur Zeit eine weitere herrenlose Pflegekatze um die sich Biggi kümmert. Über ihre 24 Patenkatzen in Bruckmühl halten sie die Mitarbeiter des Gnadenhofs stets auf dem Laufenden. Drei bis viermal im Jahr kommt sie selbst für einige Tage nach Bruckmühl, stets mit einem Kofferraum voller Katzennahrung und verteilt dann ausgiebige Streicheleinheiten an ihre Schützlinge.
Wie lange eine Mieze im Gnadenhof verweilt, hängt meist vom gesundheitlichen Zustand ab. „Manchmal ist einer Katze nur noch eine kurze Lebensdauer vergönnt und kann nur palliativ begleitet werden, so erlebt sie noch Liebe und Geborgenheit und darf von uns begleitet einen würdigen Tod sterben“, weiß Renate Holland. Andere Vierbeiner, manchmal sind es auch Dreibeiner, verbringen ein halbes Katzenleben im KatzenTRaum, wie die frühere Streunerin Heidi, sie lebt schon seit 2015 hier im Gnadenhof. Ihnen allen ermöglicht der KatzenTRaum ein Leben in wohlbehüteter Umgebung. Wobei die Pfleger für ihre herausfordernde Arbeit oft auch viel Dankbarkeit ihrer Schützlinge erfahren dürfen.
Es gibt viele Gründe, warum Katzen letztendlich in einen Gnadenhof einziehen. Oft ist es der Umzug des Besitzers in ein Pflegeheim oder dessen Tod. Oft sind es auch Scheidungswaisen oder Krankheiten, mit denen der der Besitzer nicht umgehen kann oder auch will. In der Regel ist der Gnadenhof die letzte Station im Leben vieler Katzen, die hier einziehen dürfen. Denn anders als ein Tierheim werden die Miezen nicht weitervermittelt, sondern erhalten ein Körbchen für Immer! Wobei dann ein Abschied um so ergreifender ist, alle verstorbenen Schützlinge finden schließlich im KatzenTRaum-Sammelgrab eines Tierfriedhofs ihre letzte Ruhestätte finden.
In unserem Gespräch fanden es Holland und Lata besonders kritisch, dass eine flächendeckende Umsetzung der Katzenschutzverordnung weiter auf sich warten lässt. Dabei kann nur durch eine rechtzeitige Kastration von streunenden und freilaufenden Katzen das schlimme Leid vieler Streuner eingeschränkt werden. Doch noch immer wartet auch der Gnadenhof auf eine Entscheidung der verantwortlichen Politiker und so wächst das Leid immer weiter.
Wir danken dem OVB ( Oberbayerisches Volksblatt ) für sein Interesse und hoffen auf weitere, möglichst positive, Berichte.