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Das Ende des Strasserhofs !

Im dritten und damit letzten Teil unserer Trilogie begleiten wir heute die Katzenleitners und ihre Nachkommen. Und wir berichten über die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, wo der Strasserhof nach einer kurzen Sanierung immer mehr an Substanz verlor. Den letzten Besitzer des Hofes ereilte schließlich ein schreckliches Schicksal, doch davon mehr in der folgenden Geschichte.

Teil 3 !

Zum Notartermin für den Kaufvertrag am 09.10.1875 erschien der neue Strasserbauer Peter Katzenleitner, immerhin schon 48 Jahre alt, mit seiner Ehefrau Ursula, 35 Jahre alt. Die Beiden hatten 9 Jahre vorher geheiratet. Die Ehe war recht fruchtbar, in 6 Jahren erblickten 5 gesunde Kinder das Licht der Welt.
Peter Katzenleitner war überhaupt ein Mann der Tat. Er brach das doch recht marode Hofgebäude ab und erbaute es neu. In dieser Zeit kam übrigens auch der bayrische König Ludwig II. im Starnberger See zu Tode und in Bayern begann die Regentschaft des Prinzregenten Luitpold.
Am 3. Juli 1887 erschien Peter Katzenleitner wiederum beim Notar in Götting und erklärte folgendes : „Ich bin gekommen die auf meinem Anwesen zu Ried lastenden Hypotheks-Kapitalien an die Pfarrkirche Götting und zwar 100 Gulden, sowie 75 Gulden, 24 Gulden und 12 Gulden an die Corpus-Christi Bruderschaft Götting zurückzubezahlen um dann ein größeres Kapital auf mein neugebautes Haus aufzunehmen .
Zu diesem Zwecke kündige ich hiermit obige Kapitalien und werde nach Verlauf von einem Vierteljahr diese mit den treffenden Zinsen an die respektiven Stiftungen zurückzahlen“.

Nach der Jahrhundertwende übernahm 1902 der dritte Sohn, der ledige Andreas Katzenleitner den Strasserhof. Er hatte aber bereits die passende Bäuerin im Auge, nämlich die tugendhafte Jungfrau Therese Ranner. Und so kam es am 18. August 1903 zur Verheiratung, dazu liegt noch eine Rechnung über die Stolgebühren des Pfarrers von Götting vor :
Aufgeführt darauf sind zuerst das Stuhlfest, Kosten 3 Mark. Beim Stuhlfest erscheinen die beiden zukünftigen Eheleute im Pfarramt um vom Pfarrer über künftige Aufgaben und Pflichten des zukünftigen Hausstands, sowie „sittliche Pflichten“ aufgeklärt zu werden. Der Mann kennt sich schließlich aus ! Auch das nun offizielle Ankündigungsschreiben, das meist an der Kirche ausgehängt wurde schlug mit 1 Mark zu Buche.
Ein vor der Hochzeit stattfindendes Heiliges Amt, also eine Messe für den verstorbenen Vater kostete damals 3 Mark, außerdem wurde die geplante Hochzeit dreimal bei der Sonntagsmesse verkündigt, macht 1,50 Mark.
Am teuersten war natürlich das Heilige Hochzeitsamt mit „Copulation“, also Trauung, hier weißt die Rechnung 6 Mark aus. Und natürlich waren auch die Ministranten nicht umsonst, aber mit 0,80 Mark doch recht billig. Wobei zum Schluss auch noch die Benutzung der Pfarrkirche mit 1,50 Mark berechnet wurde, was einen Gesamtbetrag von 16,80 Mark ergab.

Leider war den Eheleuten kein großes Glück beschieden.  Die Aiblinger Zeitung berichtete am Samstag, den 4. Mai 1912 dazu folgendes : „Von einer eigenartigen Krankheit sind die Kinder des Strassers in Ried behaftet. Sie leiden an Keuchhusten, der so arg auftritt, dass bereits von 6 Kindern deren 4 gestorben sind.
Im Laufe von 5 Wochen wurden von ein und derselben Familie 4 Kinder im Alter von 9 Monaten bis 5 Jahren zu Grabe getragen. 2 sind noch krank. Nach ärztlicher Aussage liegt ein Fall vor, der zu den größten Seltenheiten gehört“.
1914 verstarb dann auch voller Gram die Mutter der Kinder, Therese Katzenleitner im Alter von 41 Jahren, ab da führte der Witwer Andreas Katzenleitner des Hof alleine.

Nach dem 1. Weltkrieg übernahm dann Tochter Therese den Hof, die alsbald einen Bruno A.( Name geändert ) ehelichte. So blieb der Hof weiter in Familienbesitz.
Der 2. Weltkrieg zog am Strasserhof und an Götting ohne große Schäden vorbei, lediglich einige für den Flugplatz in Aibling vorgesehene Bomben verfehlten ihr Ziel und streiften das Gemeindegebiet. Nach Ende des Krieges besetzte amerikanisches Militär die Gegend um den Strasserhof. Allerdings kam es dabei noch zu einem Kriegsdrama, denn Pfarrer und Lehrer von Götting entfernten die am Kirchturm  aushängende Hakenkreuzfahne und ersetzten sie durch eine weißblaue Bayernfahne. Darauf wurden beide von sich noch im Ort befindlichen SS-Schergen erschossen!

1947 wurde dann der Strasserhof soweit möglich saniert. Auch an Bruno A. war der Krieg nicht spurlos vorübergangen und so hatte er mit einigen Problemen zu kämpfen. Er kümmerte sich nebenbei um seine kleine Imkerei und versuchte, mit den Gegebenheiten fertig zu werden. Einige Jahre fungierte er als Vorstand des Obstbau und Bienenzuchtvereins. Gemeinsam mit seiner Frau bewirtete er den Strasserhof so gut es ging und nahm sich später einen jungen Knecht mit auf den Hof.
Nun zog sich die Ehefrau etwas zurück, lebte aber weiter mit Bruno A. und dessen Knecht  Hans B. ( Name geändert ), einem ehemaligen Schulhausmeister gemeinsam auf dem Strasserhof.
Im Jahre 1987 verstarb dann Bruno A., er hatte offenbar seinen Knecht Hans B. ( Name geändert ) als Erben eingesetzt ! Nach dem Tod der Witwe 1995 lebte dieser nun alleine auf dem doch recht großen Anwesen, das aber mittlerweile immer mehr vom Zerfall bedroht war.
Doch auf Dauer war das Glück auch dem ehemaligen Knecht nicht hold ! Hans B. war auf dem Hofgelände mit Holzarbeiten beschäftigt. Aus nicht bekannten Gründen stürzte dabei der Holzspalter um und begrub Hans B. unter sich ! Er konnte sich nicht selbst aus seiner mißlichen Lage befreien und lag so schwer verletzt eine ganze Nacht !
Erst am Morgen des nächsten Tages hörte man die verzweifelten Hilfeschreie des Mannes und konnte Hilfe organisieren.
Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt kam Hans B. zurück auf den Hof. Trotz seiner Behinderung durch den Unfall versuchte er weiter, die schwere Arbeit zu bewältigen. Im November 2015 verstarb er dann schließlich.

Der Strasserhof ging nun an eine Erbengemeinschaft, die Hof und Grund für rund 1,5 Millionen an die Gemeinde Bruckmühl verkaufte. Angedacht war nun, den Hof zu einem Gemeindehaus umzufunktionieren. Da durch den maroden Zustand des Hofes allerdings große Summen zur Sanierung notwendig gewesen wären, verwarf man schließlich diesen Plan und eröffnete ein Bieterverfahren. Und hier schlug dann die Stunde des KatzenTRaums. Renate Holland gelang es, alle anderen Bewerber auszustechen und den Strasserhof als neue Heimat des Vereins zu sichern !
Ein Rundgang durch den Strasserhof erinnerte dabei an ein Geisterhaus. Man hatte den Eindruck, der letzte Besitzer wäre eben nur mal kurz abwesend. Kleidung hing in den Schränken, Zeitungen lagen auf dem Sofa und auf dem Tisch standen eine Kaffeemaschine und getrocknete Palmkätzchen.
Schnell stand fest, dass die Sanierung einem Abriss weichen musste, da Teile des Hofes baufällig und vom Einsturz bedroht waren. Und so geschah es, das gesamte Gebäude wurde abgerissen und nun, wie vorgeschrieben, nach dem Vorbild des Strasserhofs vom Verein KatzenTRaum e.V. wieder aufgebaut !
Soweit die lange und wechselhafte Geschichte des Strasserhofs. Möge auf dessen Grund und Boden unserem Gnadenhof eine gute Zukunft beschieden sein !

Quellen und Danksagung : Wir bedanken uns besonders bei Herrn Schaulies vom Historischen Verein Bad Aibling, der mit Ausschnitten aus den Chroniken zum besseren Verständnis der Ereignisse beitrug und natürlich auch bei unserem Hans Kunz für die Unterstützung bei der Recherche über die historischen Vorgänge und Jahresangaben.

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