Schwere Abschiede im Gnadenhof
Im Monat Oktober mussten wir uns wieder von einigen besonders liebgewordenen Miezen verabschieden. Waren die heißen Sommermonate relativ gut überstanden, traf es uns in diesem Monat besonders schlimm.
🖤 BAMBI : Mit über 22 Jahren war Bambi unsere Katzen-Omi. Und Bambi hatte es wirklich faustdick hinter ihren kleinen Katzenöhrchen. Sie kam gemeinsam mit ihrem fast gleichaltrigen Bruder Arthur im Juni 2025 zu uns. Ihr Frauchen war verstorben und aufgrund des hohen Alters fand sich kein Platz in einem Tierheim. Schon bei ihrem Einzug war schnell klar, dass Bambi eine ältere Dame mit ganz klaren Vorstellungen ist. Sie suchte sich ihren Stammplatz im Baumzimmer aus und zwar ganz oben. Und ab da verweigerte sie jeden Kontakt mit dem Boden. Bambi wohnte in ihrem „Adlerhorst“, erwartete dort auch Frühstückt und Abendessen und ihre „Geschäfte“ wurden ebenfalls in lichter Höhe erledigt.
Hier forderte sie lautstark auch ihre Streicheleinheiten, nicht dass sie übersehen wurde. Dabei war Bambi eine ganz liebenswürdige und aufgeweckte Mieze, die die Herzen aller Mitarbeiter im Sturm eroberte. Sie war soweit gesund mit ausgezeichneten Blutwerten. Vor circa zwei Monaten dann die Sensation, Bambi verließ plötzlich ihren Hochsitz und wanderte gemächlich Richtung Garten. An der Tür blinzelte sie kurz in die Mittagssonne, betrat selbstbewusst den Rasen und rupfte einige Grashalme aus. Und von jetzt an war sie jeden Tag im Garten zu finden, das Baumzimmer war nun tabu für sie.
So sehr wir uns darüber freuten, kamen im Hinterkopf doch Erinnerungen hoch. Denn ein ähnliches Verhalten kommt manchmal bei scheuen Katzen vor, die plötzlich ihr Verhalten total ändern. Leider ist das aber oft auch praktisch eine Ankündigung, dass die Mieze spürt, dass ihr Leben bald endet. Und leider war es auch bei Bambi so. Am Abend des 30. September war Bambi nichts anzumerken, am Morgen des 01. Oktobers hatte sie Abschied genommen und war heimlich, still und leise eingeschlafen und über die Regenbogenbrücke gegangen.
Eines ist sicher, durch ihren etwas „ungewöhnlichen“ Lebenswandel hat Bambi einen festen Platz in der Gnadenhof-Geschichte gefunden. Bambi, du fehlst! 😢♥️
🖤 ALEX : Der rot-weiße Kater war bereits 18 Jahre alt, als er im März 2023 bei uns einzog. Seine Prognose war damals alles andere als gut. Nach einem Klinikaufenthalt wegen angegriffenen Nieren wurden wir angefragt, ob wir ihn palliativ aufnehmen können. Seine Lebenserwartung war nach Ansicht der Ärzte beschränkt, doch Alex hatte wohl andere Pläne. Offenbar gefiel es ihm bei uns so gut, dass sich seine Werte besserten. Er war unter ständiger Kontrolle, seine Behandlung richtete sich so nach den jeweils aktuellen Werten. Man traf ihn oft in der Nähe eines Wasserhahns an, im Sommer verbrachte er viel Zeit im Garten. So vergingen dreieinhalb Jahre, in denen Alex sein Katzenleben genießen durfte. Ohne Ankündigung passierte es dann, über Nacht packte er sein Köfferchen und verabschiedete sich mit dem Ziel Regenbogenbrücke. Natürlich ist es immer schwer, Abschied zu nehmen, doch bei unserem Alex blieb uns wenigstens der Trost, ihm noch eine unerwartet lange Zeit in Liebe und Geborgenheit geschenkt zu haben. 😢♥️
🖤 ATTILA : Der etwa 2017 geborene Attila lebte als Streuner und hatte kein schönes Leben. Erst als ihn eine Tierfreundin aufnahm, sich um die Kastration kümmerte und ihm einen Platz und Futter anbot, änderte sich alles für den hübsches Kater. Doch das Glück war erst nicht von langer Dauer. Für seine Beschützerin stand ein Umzug an und so drohte Attila wieder ein Leben als ungeliebter Streuner. Doch die Dame kümmerte sich um Attilas Wohl und fragte bei uns nach der Möglichkeit einer Aufnahme an. Im Januar 2025 zog so der zuerst sehr scheue Kater ein. Im Laufe der Monate legte Attila seine Scheu immer mehr ab und wurde sogar zu einem richtigen Schmusekater. Dabei liebte er es, auf einer Schulter zu liegen und gestreichelt zu werden.
Im Sommer ergab dann eine Untersuchung einen Tumor in Attilas Mund, leider bösartig und nicht operabel. Die Hoffnung, dass Attila trotzdem noch eine längere Lebenszeit vergönnt war, erfüllte sich leider nicht. Als jetzt festgestellt wurde, dass Attila ein schmerzvoller Tod drohte, musste eine Entscheidung getroffen werden. Und so durfte Attila ein letztes Mal seinen geliebten Platz auf der Schulter einnehmen und im Garten begleitet einschlafen. Auch wenn Attilas Zeit bei uns viel zu kurz war, konnten wir ihm wenigstens einen Abschied in Würde und mit viel Liebe bereiten, ein qualvolles Ende als Streuner blieb ihm so erspart. Mach‘s gut Attila und grüß Bambi und Alex von uns. 😢♥️
🖤 DARIO : Unserem Bärchen haben wir in diesem Newsletter einen eigenen Beitrag gewidmet. Er kam in Dezember 2018 aus Bosnien zu uns. Sein Zustand war sehr schlecht, er musste eine längere Behandlung mit Operationen über sich ergehen lassen. Dabei fehlte ihm ein Hinterbein, dazu war ein Auge beschädigt. Wie er sein Bein verloren hat ist nicht bekannt. Da er aber bei Mähgeräuschen sofort die Flucht ergriff, gehen wir davon aus, dass er damit wohl sehr schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Dario war einfach der Liebling aller, egal ob Mitarbeiter oder Besucher. Nicht umsonst war er auch „Patenkönig“, jeder liebte den kleinen Mann.
Wenn ein Vorzeigekater gebraucht wurde, Dario war zur Stelle. Egal ob Foto- oder Filmkamera, Dario war mit viel Geduld dabei. Dazu war er unser Vorzeige-Schulterkater, man hätte mit Dario so wahrscheinlich ohne Probleme durch ganz Bruckmühl spazieren gehen können. Dario war auch der König unseres Begegnungsraums, empfing die Besucher und war einfach der „Adabei“, also immer zur Stelle, wenn etwas passierte. Und dabei immer lieb und freundlich, kam mit allen gut aus und machte nie Ärger.
In den letzten Monaten hatte der nun zehnjährige Kater immer öfter gesundheitliche Probleme. Seine immer schlechter werdenden Leberwerte erforderten einen Klinikaufenthalt, leider ohne echte Besserung. Man konnte sehen, wie der eh schmächtige Kerl immer weniger wurde und so war klar, dass uns Dario wohl nicht mehr lange begleiten würde. Mitte Oktober verschlechterte sich über Nacht sein Zustand so sehr, dass wir, um ihm weitere Schmerzen zu ersparen, schließlich unter vielen Tränen gehen lassen mussten.
Mit Dario verloren wir nicht nur einen äußerst liebenswerten Kater, sondern auch eine Gallionsfigur unseres Gnadenhofs. Ihm verdanken wir unendlich viel, seine hinterlassene Lücke ist unendlich groß. Danke, kleiner roter Bär! 😢♥️
♥️♥️♥️ „Manchmal misst man die Größe eines Verlustes an der Liebe, die geblieben ist.“ ♥️♥️♥️